Amigo-Tochter

Daniela Alfinito: "Für meine Schlagerkarriere würde ich niemals meinen Job im Altenheim aufgeben"

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Seit einer Woche ist Amigo-Tochter Daniela Alfinito aus Villingen die Nummer eins der deutschen Albumcharts. Welche Musik sie privat hört und warum sie dennoch weiter als Altenpflegerin arbeitet.

Seit vergangenen Freitag ist Daniela Alfinito aus Villingen die Nummer eins in Deutschland. Die Tochter von Amigo-Star Bernd Ulrich hat die Albumcharts gestürmt und Größen wie Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer von der Spitze verdrängt. Im Interview spricht die 48 Jahre alte Schlagersängerin über den Gänsehautmoment, als sie davon erfuhr und ihren Alltag als Altenpflegerin.

Frau Alfinito, wer hat Ihnen eigentlich die frohe Botschaft überbracht, dass Sie zur Zeit die Nummer eins in Deutschland sind?

Daniela Alfinito: Mein Vater. Er rief mich als erster an und sagte: "Herzlichen Glückwunsch zur Nummer eins in der Albumcharts." Ich konnte es nicht fassen und habe gezittert wie verrückt. Das muss man erstmal verdauen.

Das ist jetzt knapp eine Woche her. Wie haben Sie es denn verdaut?

Alfinito: Am vergangenen Freitag, als die Nachricht kam, war ich auf Autogrammstunden-Tour in Nordrhein-Westfalen und habe meine CD promotet. Danach ging alles Schlag auf Schlag. Am Samstag war ich noch zur Autogrammstunde in Wetzlar. Am Sonntag bin ich dann nach Berlin gefahren, um den GfK-Award (Auszeichnung für Platz eins der Charts, Anm. d. Red.) entgegenzunehmen.

Und seitdem herrscht wieder Alltag?

Alfinito: Na ja, nicht ganz. Aber am Dienstagmorgen habe ich wieder gearbeitet. Natürlich hatte es sich bis dahin rumgesprochen, und die Kollegen haben mich beglückwünscht und sich für mich gefreut.

Sie sind Altenpflegerin und kommen in Ihrem Job viel mit Menschen zusammen. Werden Sie dort von Fans erkannt?

Alfinito: Ich werde schon gelegentlich von Angehörigen angesprochen – von Bewohnern eher weniger.

Die Amigos haben mir das Singen beigebracht

Daniela Alfinito

Können Sie sich vorstellen, Ihren Job im Altersheim für eine Karriere als Schlagersängerin aufzugeben?

Alfinito: Nein, niemals. Ich bin 28 Jahre in diesem Beruf tätig und das ist es, was ich gelernt habe. Im Altenheim sind wir eine tolle Gemeinschaft; das Klima unter den Kollegen ist sehr gut. Solange es noch geht, werde ich meiner Arbeit nachgehen. Aber natürlich hat sich mein Leben am vergangenen Freitag von einer Minute auf die andere verändert.

Was bedeutet das, sind Sie nun reich?

Alfinito: Nein. Ich mache meine alltägliche Arbeit und singe an den Wochenenden. Aber seitdem über meinen Nummer-eins-Erfolg in der Zeitung, im Internet und im Radio berichtet wird, steht das Telefon nicht still.

Sie sind familiär ja reichlich vorbelastet. Ihr Vater ist Amigo-Star Bernd Ulrich, Ihr Onkel Karl-Heinz ist der andere Teil der Amigos. Treten Sie nun in deren Fußstapfen?

Alfinito: Das tue ich eigentlich schon seit zehn Jahren (lacht).

In Ihren Songs geht es um Trennung, Verlust, Liebe – die ganz großen Gefühle eben. Haben Sie mal überlegt, sich anderen Themen zuzuwenden?

Alfinito: Nein, ich möchte diese Themen beibehalten. Das kommt einfach bei den Menschen an. Viele identifizieren sich mit meinen Texten. Den einen hilft meine Musik über eine Trennung hinweg, andere sagen einfach: "Du singst mir aus der Seele." Das macht mich glücklich, und ich möchte die Menschen auch glücklich machen mit meinen Liedern.

Bei den Texten arbeiten Sie auch mit ihrem Vater zusammen. Wer hat Sie denn musikalisch geprägt?

Alfinito: Mein Vater und mein Onkel haben mir das Singen beigebracht. Ansonsten klinge ich aber anders als die Amigos.

Welche Musik läuft bei Ihnen zu Hause außer deutschem Schlager?

Alfinito: Ich höre zu Hause gerne auch mal andere Musik, etwa von DJs wie Robin Schulz oder David Guetta.

Wie geht es nun weiter, arbeiten Sie schon am nächsten Album?

Alfinito: Noch nicht. Aber natürlich ist das geplant.

Infokasten

"Du warst jede Träne wert"

Danila Alfinitos Album "Du warst jede Träne wert" ist am 4. Januar erschienen und enthält 16 deutschsprachige Songs. Seit vergangenner Woche steht es auf Paltz eins der Albumcharts. Die Villingerin hat damit Udo Lindenberg mit "MTV Unplugged 2 – Live vom Atlantik" vom Spitzenplatz verdrängt. Dahinter liegen Herbert Grönemeyer mit "Tumult" und DJ Ötzi mit "20 Jahre DJ Ötzi – Party ohne Ende". Die Albumcharts werden anhand von Verkaufszahlen zwischen Freitag und dem darauffolgenden Donnerstag erstellt. Einbezogen werden Tonträger, Downloads und Streams.

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