Dämpfer für Projektorchester

Kein Elite-Orchester, sondern ein Orchester für jeden Interessierten: So stellt sich der Musikausschuss des Kreisfeuerwehrverbandes das Kreisprojektorchester vor, das nach Möglichkeit noch in diesem Jahr Realität werden soll. Zur Kreismusikversammlung kürzlich im Feuerwehrgerätehaus in Villingen stellte der Musikausschuss seine vorläufigen Ideen vor – die allerdings auf heftige Kritik stießen.

Kein Elite-Orchester, sondern ein Orchester für jeden Interessierten: So stellt sich der Musikausschuss des Kreisfeuerwehrverbandes das Kreisprojektorchester vor, das nach Möglichkeit noch in diesem Jahr Realität werden soll. Zur Kreismusikversammlung kürzlich im Feuerwehrgerätehaus in Villingen stellte der Musikausschuss seine vorläufigen Ideen vor – die allerdings auf heftige Kritik stießen.

Dabei ist die Idee im Grunde ganz einfach: Durch ein Projektorchester sollten erfahrenere Musiker auch die Gelegenheit bekommen, neue und schwerere Stücke zu spielen. So sollte die Möglichkeit geboten werden, sich etwas mehr auszuprobieren und die Lust am Musizieren zu stärken. Ganz wichtig: Es sollte keine Konkurrenz zu den bestehenden Musik- und Spielmannszügen entstehen – doch gerade hier sahen die Vertreter der Musikvereine das Problem.

"Ich bin entsetzt, was ich hier sehe", erklärte Harald Metzger, stellvertretender Vorsitzender des Musikzuges Muschenheim direkt nach der Vorstellung. "Es sollte zuerst ein Konzept vorgelegt werden, danach sollten die genaueren Planungen losgehen – was hier präsentiert wurde, ist aber bereits fertig". Dabei stießen gleich mehrere Punkte bitter auf: Denn obwohl kommuniziert wurde, dass das Projektorchester für alle Interessierten offen stehen sollte, wurde mit der D2-Qualifikation eine verhältnismäßig hohe Einstiegshürde genannt. Auch wurden monatliche Proben vorgeschlagen; durch die Wahl des Dirigenten wäre das Muschenheimer Orchester auch direkt betroffen: Denn hier hatte sich der Musikausschuss für Stephan Geiger entschieden – der Berufsmusiker ist Dirigent des Muschenheimer Musikzugs. Die Gerüchte, dass es sich bei dem Projektorchester um ein Eliteorchester handeln solle, seien inzwischen auch bis nach Reiskirchen vorgedrungen, wie Mario Binsch während der Versammlung berichtete. Auch von hier kam Kritik an den Planungen.

Die vorgeschlagenen Musikstücke waren, so die Aussage der versammelten Vertreter der heimischen Musikzüge, deutlich Oberstufen-Niveau. "Die hier vorgestellten Voraussetzungen geben kleineren Vereinen keine Chance und sprechen nur die Besten aus den Vereinen an", sagte Metzger weiter.

Wechsel an der Ausschussspitze

Was aber auch deutlich wurde: Das Problem lag wohl in der Kommunikation zwischen den Vertretern des Musikausschusses und den Stabführern der Musik- und Spielmannszügen. Anscheinend hatten beide Seiten andere Vorstellungen, zudem kamen viele der Ideen wohl auch von dem für das Projekt vorgesehenen Dirigenten. "Es soll auf keinen Fall ein Elite-Orchester werden", erklärte Kreisstabsführerin Heike Kraft. Jedoch wurde auch schnell offenbar – trotz aller Kritik konnten sich alle Vereinsvertreter mit der eigentlichen Idee eines Projektorchesters anfreunden, wenn auch unter anderen Voraussetzungen. "Wir sollten heute noch nichts entscheiden, sondern uns erst noch einmal konstruktiv treffen und beraten", gab Mario Binsch zu bedenken. Ein Vorschlag, dem sich alle anschlossen – zumal auch noch die Neuwahlen des Musikausschuss anstanden. Und hier gab es große Veränderungen.

Als Kreisstabsführerin stand Heike Kraft nicht mehr zur Wiederwahl bereit. Für diese Position wurde Werner Rauber-Wagner, bis 2017 langjähriger Vorsitzender des Musikcorps Großen-Linden, einstimmig gewählt. Auch die stellvertretende Kreisstabsführerin Jana Poetzel stand nicht mehr zur Wahl, ihre Position übernimmt in Zukunft Heike Kraft. Auch Rechnerin Katharina Muhly nahm Abschied; sie wird durch Mario Binsch ersetzt, der auch schon die Positionen des Kreisbrandinspektors und des Vorsitzenden des Musikzugs Reiskirchen innehat. Als weitere Mitglieder des Kreismusikausschuss wurden Katharina Henß und Marina Lenz wiedergewählt. Neu hinzukommen Harald Metzger und Burkhard Licher. Die Position des Fachwarts für die Jugendmusikgruppen bleibt weiterhin vakant.

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