CDU gegen weitere Stilllegung im Stadtwald

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Hungen (pm). Die CDU übt Kritik an den Plänen der Grünen zur zukünftigen Nutzung des Stadtwalds. Unstreitig hätten die Folgen des Klimawandels zu einer deutlichen Verschlechterung der Situation der heimischen Wälder gesorgt. Unstreitig sei auch, dass es Aufgabe der Kommunalpolitik ist, den Stadtwald von Hungen fit für die Zukunft zu machen, erklärt der Fraktionsvorsitzende Norbert Marsfelde in einer Pressemitteilung.

Offensichtlich liege aber für die Grünen »das alleinige Allheilmittel dieser Frage darin, möglichst die Flächen des Stadtwalds aus der Wald- bewirtschaftung herauszunehmen«. Das sei aus ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Gründen falsch, so die Christdemokraten. »Es liegen keine Daten in der Wissenschaft vor, die eindeutig und nachhaltig belegen, dass die Herausnahme von bewirtschafteten Waldflächen eine signifikante Erholung des Lebensraums Wald fördert«, heißt es in der Mitteilung unter anderem. Insbesondere fehle der eindeutige Nachweis, dass die Herausnahme aus der Bewirtschaftung zu einer Erhöhung der Biodiversität führt. Vielmehr sei nachhaltige Bewirtschaftung zum Leitprinzip von Waldbesitzern und Forstleuten geworden.

Auch die Verpflichtungen der ökologischen Ziele, die sich aus der EU-Biodiversitätsstrategie ergeben, seien auf eine nachhaltige Bewirtschaftung ausgerichtet.

Bedarf an Holz

Auch aus ökonomischen Gründen sei die Herausnahme des Stadtwalds aus der nachhaltigen Bewirtschaftung »sinnlos«. Falsch sei die These der Grünen-Fraktion, dass der Fokus der Bewirtschaftung auf Einschläge, zu gewinnende Holzmengen und die Hoffnung auf Gewinne aus dem Holzverkauf liege. Dieses zeige sich schon daran, dass der Waldwirtschaftsplan ein Defizit ausweist. Es stehe für die CDU außer Frage, dass bei der Bewirtschaftung »absolutes Gewinnstreben« fehl am Platz sei, da der Erhalt des Lebensraums Wald »im Vordergrund stehen muss«. Der Wald und seine Artenvielfalt werde durch »die sorgsame und auf Vorratsaufbau bedachte Bewirtschaftung« gesichert.

Durch die Herausnahme des Stadtwalds und die Übertragung der Nutzungsrechte auf Betreiber von »Wildnisgebieten« sei eine signifikante Entlastung der finanziellen Situation der Stadt - wie seitens der Grünen im Rahmen der Haushaltsberatungen gefordert - nicht zu erreichen.

Es sollte unstreitig sein, so die Union, dass regionales Holz den Bedarf der heimischen Industrie und von Privaten an Brennholz abdecke. Eine Stilllegung von Flächen habe zur Folge, dass dieser Bedarf durch Holz gedeckt wird, das über längere Strecken herangeschafft werden muss. Die CDU ist auch dagegen, die Nutzung des Waldes - zum Beispiel die Wege - für die Bevölkerung in Folge der Stilllegung einzuschränken.

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