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Nach langen Jahren des Wartens hat der Abriss des s Sommerlad-Hauses am Rande von Villingen begonnen.

Baggern und Beton

Hungen: Betonruine verschwindet – Sommerladhaus wird abgerissen

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Seit Jahrzehnten steht es leer, nun weicht es einem Neubaugebiet: Das Sommerladhochhaus bei Villingen.

Hungen – Am Rand von Villingen hat der Abriss des Sommerlad-Hauses begonnen. Die Betonruine aus den 1970er Jahren soll einem Baugebiet weichen. Bereits vor mehr als zwei Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung auf Betreiben und auf Kosten der Euro Auctions Immobilien GmbH mit Sitz in Dormagen einen Bebauungsplan für das Areal verabschiedet. Vorgesehen ist ein allgemeines Wohngebiet mit rund 20 Ein- und Zweifamilienhäusern. Ein Plan, der vom Ortsbeirat ausdrücklich begrüßt wurde, denn in Villingen gibt es aktuell kein Bauland.

Doch die auswärtigen Investoren ließen sich Zeit. Erst im vergangenen Sommer wurde das leerstehende Haus entrümpelt. Dann neuerlicher Stillstand. Jetzt ist wieder Bewegung in die Sache gekommen. Der Landkreis hat eine zwischenzeitlich ausgelaufene Abrissgenehmigung für das Bürohaus erneuert.

Sommerladhaus in Hungen: Seit Jahrzehnten Leerstand

Und nicht nur das: Auch das Wohnhaus in der Bahnhofstraße 58 darf fallen. Nach einer artenschutzrechtlichen Prüfung hat die Untere Naturschutzbehörde vor wenigen Tagen ihr Okay gegeben, sofern die Arbeiten bis Ende Februar erfolgen, wie die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage mitteilte.

In Villingen hat man auf diesen Moment lange gewartet. Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht der vierstöckige Klotz ungenutzt in der Landschaft. Ein Schandfleck, da sind sich alle in der Umgebung einig.

Errichtet wurde das Gebäude 1971 auf dem Gelände der ehemaligen Holzindustrie Villingen. Bauherr Willi Sommerlad wollte hier Platz schaffen für seinen florierenden Uhren- und Schmuckgroßhandel. Doch nach dem plötzlichen Tod des Firmenchefs 1981 ging es mit dem Unternehmen bergab. 1988 folgte dann die Pleite.

Ein Immobilienkaufmann aus Süddeutschland, der das Haus aus der Konkursmasse erworben hatte, brachte hier in den 1990er Jahren Aussiedler aus Osteuropa unter. Doch auch er geriet in Zahlungsschwierigkeiten, 1998 wurde das Haus zwangsversteigert. Ein geplanter Umbau kam nie zustande. Seitdem bröckelte der Klotz auf dem zunehmend verwilderten Grundstück vor sich hin.

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