"Besten Laubwald erhalten"

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Hungen(pm). Unter der Führung des Steinheimer Stadtverordneten Gunter Schmidt informierte sich der Vorstand der Hungener SPD über die bisher bekannten Planungen des Ober-Widdersheimer Steinbruchunternehmens Johannes Nickel KG. Das Gelände der Firma Nickel liegt am Rande des Niddaer Stadtteils Ober-Widdersheim und zum Teil auf Hungener Gemeindegebiet.

Wunsch nach Ausgleich vor Ort

Vor einiger Zeit trat die Firma Nickel an die Stadt Hungen mit einer Anfrage zum Kauf von 3,5 Hektar Hungener Gemeindewaldes im Stadtteil Steinheim heran. Diese Anfrage ist im Rahmen von frühzeitigen Planungen zur Fortführung des Basaltabbaus in zehn bis fünfzehn Jahren gestellt worden.

Dann geht die Basaltgewinnung im Unter-Widdersheimer Bruch zu Ende. Vertreter der Firma Nickel stellten ihre Überlegungen auf einer Informationsveranstaltung für den Ortsbeirat Steinheim vor.

Grundsätzlich begrüßen die SPD-Vertreter im Ortsbeirat Steinheim die Überlegungen zur Verlegung der Verarbeitungsanlagen vom Unter-Widdersheimer Werk in den Bereich des zurzeit ungenutzten Bruches in Ober-Widdersheim. Die Belastungen für Steinheim und das Naherholungsgebiet Wingertsberg durch Staub, Lärm und Geruch würden sich erheblich verringern, schreibt die SPD in einer Pressemitteilung.

Allerdings äußern die Sozialdemokraten auch Bedenken. Nach den jetzigen Überlegungen müssten 3,5 Hektar besten Laubwalds gerodet werden. Nach Ansicht der SPD gebe es aber alternative Standorte, die die Abstands- und Emissionsschutzauflagen erfüllen. "Es muss alles getan werden, dass in einer Zeit starken Waldsterbens ein gesunder Teil erhalten bleibt." Außerdem schlagen die Sozialdemokraten vor, dass die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen, die die Firma Nickel erfüllen muss, in unmittelbarer Umgebung durchgeführt werden. Anbieten würde sich eine Aufforstung der "Scheuerwald" genannten Kuppe zwischen Steinheim und Ober-Widdersheim.

Zudem weisen die Sozialdemokraten auf die Probleme in der engen Ortsdurchfahrt von Steinheim hin. Anwohner würden bereits in aller Frühe durch Fahrgeräusche und besonders von den Erschütterungen durch große Schwerlastfahrzeuge aus dem Schlaf gerissen. Die bislang ergriffenen Maßnahmen zur Geschwindigkeitsregulierung reichten bei Weitem nicht aus.

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