1250 Jahre Bellersheim

Ein Bellersheimer Gedicht zum Obstbau

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  • Patrick Dehnhardt
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In Bellersheim geht es am kommenden Wochenende rund: Dann steht der Kommersabend zum 1250-jährigen Bestehen des Dorfes an. Dabei wird auch die Festschrift mit Dorfchronik präsentiert. Sie ist eine Auswahl aus dem Material, was eine engagierte Gruppe in den vergangenen Monaten zusammengetragen hat.

In Bellersheim geht es am kommenden Wochenende rund: Dann steht der Kommersabend zum 1250-jährigen Bestehen des Dorfes an. Dabei wird auch die Festschrift mit Dorfchronik präsentiert. Sie ist eine Auswahl aus dem Material, was eine engagierte Gruppe in den vergangenen Monaten zusammengetragen hat.

Zahlreiche alte Bilder sind dabei aufgetaucht – etwa dieses von einem Zug, der durch den Bahnhof Bellersheim fährt. Heute liegt hier nicht mal mehr ein Gleis...

Ein weiteres Fundstück ist ein Gedicht von Karl Görg. Dieser dichtete über den heimischen Obstbau: "Frühling wird’s in deutschen Lande, Frühling auch in unserm Ort, gebrochen sind des Winters Banden, längst ist Schnee und Eis schon fort. Warme Sonnenstrahlen küssen nun auch wieder Wald und Flur. Und das blaue Märzenveilchen lugt schon hinterm Busch hervor.

Auch im Obstbaum regt sich Leben, denn der Saft geht längst schon hoch. Und der Baumwart denkt verlegen: ›Was versäumt ist, hol ich nach.‹"

Und schon damals, Anfang der 1930er Jahre, gab es Leute, welche die Obstbaumpflege für überflüssig hielten. Görg reimt: "War’s doch so im vorigen Jahre, auch schon manches Jahr zuvor, und der Laie spricht verlegen: ›Wer Obstbäume pflegt, der ist ein Tor.‹

Jeder Baumwart unverdrossen, kehrt sich nicht um Laien’s Reim. Tut seine Pflicht am Obstbaum weiter, und er heimst den Segen ein. Ist auch jedes Jahr nicht fruchtbar, und manchmal auch die Ernte klein. So pfleg und dünge dennoch weiter, denn schließlich bringt’s der Obstbaum ein."

Vielleicht lag das Problem auch damals schon darin, dass in den Geschäften die Äpfel der großen Obstplantagen lagen. Diese sehen formvollendet rund aus, während das heimische Obst durchaus auch mal Charakter zeigt. Nur sah Görg schon damals einen gewaltigen Unterschied: "Der Städter ist wohl mit den Augen, sagt der Fachmann wohl bewusst, denn das Obstaroma er sich hierzu denken muss. Wohl dick sind die Backen und rot das Gesicht, doch innen so fade – nur sieht man es nicht."

Leute, die Obstbäume schneiden und pflegen, sind also keinesfalls Menschen, die zuviel Zeit haben – es sind Genießer! (pad/Foto: pm)

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