Otto Rühl präsentiert einige Stücke aus der Sammlung des Arbeitskreises. FOTO: CON
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Otto Rühl präsentiert einige Stücke aus der Sammlung des Arbeitskreises. FOTO: CON

Ausstellungshalle vermittelt Einblicke

  • vonConstantin Hoppe
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Hungen(con). Seit Jahrzehnten sammeln die Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises Villingen geschichtliche Dokumente und Artefakte aus ihrem Ort und haben dabei eine beeindruckte Sammlung aufgebaut. Das älteste schriftliche Fundstück stammt dabei aus dem zwölften Jahrhundert - ein kleines Textstück, gefunden im Einband eines Buches.

Gegenüber den etwa 5500 Jahre alten Keramikscherben aus der näheren Umgebung Villingens muten solche Schriftstücke fast noch jung an - auf jeden Fall aber dokumentieren sie, wie alt die hiesige Siedlungsgeschichte ist. All diese Funde finden sich heute im Archiv des Vereins. Viele der Funde verdankt der Arbeitskreis seinen beiden Hauptsammlern Wilhelm Konrad und Otto Rühl. Zudem wurden über 50 000 Bilder gesammelt und digitalisiert sowie rund 8000 Seiten an Text zur Geschichte Villingens publiziert.

"Es ist wirklich schade, dass man das alles gar nicht sehen kann", sagt Pfarrer Hartmut Lemp am Montagmorgen. Da trafen sich Mitglieder des Arbeitskreises im Villinger Bürgerhaus, um dort ein neues Projekt anzugehen: Die Schaffung einer neuen Ausstellungshalle mitten im Bürgerhaus. Im Durchgangsbereich sollen in den nächsten Wochen zehn Schaukästen angebracht werden, in denen dann eine wechselnde Ausstellungen ihren Platz finden sollen. Hier können dann bald Einblicke in die Dorfgeschichte gewährt werden, die sonst verborgen blieben. "Es gibt in ganz Oberhessen kein zweites Dorf, das seine Geschichte so aufbereitet hat wie Villingen", meint Lemp weiter. "Diese lange Sammelleidenschaft des Heimatkundlichen Arbeitskreises ist es wert, gesehen zu werden und sollte nicht nur im Archiv landen."

In vier Wochen sollen die Arbeiten so weit abgeschlossen sein; bald wird dann auch die erste Ausstellung folgen. Die Mitglieder selbst hoffen auch darauf, dass die Ausstellungshalle dann auch zu einem Treffpunkt für interessierte Mitbürger werden kann - die Ausstellung kann dann Tag und Nacht besucht werden. Ein besonderer Dank des Vereins geht an die Stadt Hungen: "Die Stadt fand unsere Idee sofort gut und hat die Arbeiten natürlich genehmigt", sagt Lemp.

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