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Auf den Spuren des Reformators

  • VonConstantin Hoppe
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Hungen (con). Ein facettenreiches Bild des Reformators Martin Luther transportieren - das war das Ziel der vom Hungener Stadtmarketing organisierten »Lutheratour«. Das Interesse war groß: Mehr als 50 Teilnehmer meldeten sich zu der Wanderung am Samstag an, so dass entschieden wurde, in zwei Gruppen dem Weg zu folgen. An den verschiedenen Stopps informierten Doris Wirkner, Pfarrer Harmut Lemp, Martina Beele-Peters, Pfarrerin Barbara Alt, Andreas Dölling, Pfarrer Stefan Schröder, Christoph Fellner von Feldegg, Inge Emerich und Pfarrer Marcus Kleinert.

Auftakt an den Schäferwagen

Vor 500 Jahren befand sich Deutschland im Umbruch: Immer stärker werdende reformatorische Bestrebungen sorgten für eine angespannte Spannung innerhalb des Heiligen Römischen Reichs, die schließlich zur Spaltung des Christentums führen sollte. 1521 reiste der Reformator Martin Luther von Wittenberg nach Worms. Damals war er nach seiner Exkommunikation durch die päpstliche Bannbulle »Decet Romanum Pontificem« auf dem Weg zum Reichstag, um seine Position nochmals zu erläutern und zu verteidigen. Der Weg führte ihn auch durch die Hungener Gemarkung: In Nonneroth soll Luther übernachtet haben - nicht ohne Grund startete hier vor drei Jahren die Schäferwagen Herberge Nonnenroth.

Dort startete die knapp dreistündige Wanderung nach Hungen - immer wieder unterbrochen von kurzen, literarischen Einlagen, die sich meist mit der Geschichte des Reformators beschäftigten.

Noch heute kann man deutlich sehen, dass die reformatorischen Gedanken Luthers die Welt nachhaltig verändert haben. Doch manches, was man heute über den Reformator zu wissen glaubt, hat sich so wohl niemals zugetragen.

Vermutlich gab es den berühmten Thesenanschlag an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nie. Und auch das vermeintliche Luther-Zitat »Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!« dürfte die Erfindung eines hessischen Pfarrers von 1944 sein. Nicht nur Dinge die historisch nicht belegbar sind, werfen einen Schatten auf das Bild des Reformators: Seine Position im Bauernaufstand und sein Judenhass trugen Früchte, die sich selbst Jahrhunderte später noch bemerkbar machten. Indes dürfe nicht vergessen werden, welche wirkmächtigen theologischen Aussagen Luther durch seine unglaubliche Sprachkraft transportieren konnte und was sich aus seinen Ideen entwickelte.

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