Die Große Garde des CCB hält die närrische Fahne hoch. Ein Glanzlicht des Abends ist der Gesang von Finn-Malte Zidek. FOTOS: PAD
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Die Große Garde des CCB hält die närrische Fahne hoch. Ein Glanzlicht des Abends ist der Gesang von Finn-Malte Zidek. FOTOS: PAD

Auch 2020 viel Tanz und Büttenreden beim CCB Bellershei

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Der CCB Bellersheim bot am Samstagabend ein sehenswertes närrisches Programm.

In Bellersheim wird die närrische Fahne stets hochgehalten - und das ist nicht nur so eine Redensart: Fahnenschwingend zog die Große Garde ins volle Bürgerhaus ein, um das Startsignal für ein viereinhalbstündiges Programm zu geben. Und dieses war echt "Made in Bellersheim".

Es ist etwas, worauf der Carneval-Club Bellersheim sehr stolz ist: Er braucht keine Acts von außerhalb einzukaufen. Egal ob Büttenredner, Tanzgruppe oder Sänger - alle kommen aus dem Dorf, sind ein einer CCB-Gruppe aktiv oder aufgrund ihrer engen Verbundenheit Bellersheimer ehrenhalber. Nur für das Gießener Prinzenpaar machte man in diesem Jahr eine Ausnahmen: Als es an die Tür klopfte, war selbstverständlich auf die Frage "Wolle me se reilasse?" die Antwort "Joa".

Ein echtes Bellersheimer Karnevalsgewächs ist Nina Weber. Sie berichtete, dass sie dieses Jahr vom Pech verfolgt würde. Zunächst sollte sie bei einer Operation die Mandeln herausgenommen bekommen. Doch im Operationssaal kam es zu einer Verwechslung. Weber reimte: "Der Professor nahm es mit Humor: Sie waren nicht der Hirntumor?" Als sie nach drei weiteren Tagen zwar noch immer ihre Mandeln, aber dafür ohne Fußnägel und Blinddarm aufwachte, platzte ihr der Kragen.

Gleiches - also platzen - tat auch der Airbag in ihrem neuen Auto. "Leider nicht neu, sondern gebraucht", berichtete sie. "Nach 500 Metern hat der Motor geraucht." Doch der Wagen sei mittlerweile Geschichte: Auf der A7 riss bei voller Fahrt ihr Sitz auf der Verankerung, worauf sie sich auf der Rückbank wiederfand. Dank Tempomat hielt der Wagen die Geschwindigkeit: "Vom Gericht bekam ich es dann bestätigt: Zehn Kilometer Leitplanke habe ich bestätigt.

Finn-Malte Zidek hatte bereits vor einigen Jahren sein Debüt in der Bütt gegeben. Seitdem ist er deutlich gereift, sorgte mit der Gitarre in der Hand für eine Sternstunde des Abends. Zum Lachen brachte er den Saal, als er Ozzy Osbournes Lied "I’m a dreamer" auf "Ich hab nen Beamer, der kann sogar 3D" umdichtete. Emotional wurde es dann mit dem Lied "Im Dorf, wo ich geboren bin". Nach und nach stimmten die Besucher in den Refrain ein. Erlebnise wie "Da hatte ich meinen ersten Rausch und traute mich nicht nach Haus. Ich legte mich auf der Treppe bei der Kirche hin - im Dorf, wo ich geboren bin" kennt halt auch jedes Dorfkind.

In die Bütt traten an diesem Abend zudem Klaus Jäckel, Uli Schmunk und Thorsten Fett. Letzterer befand sich auf Brautschau. Er habe keine ausufernden Ansprüche: "Schön muss sie nicht unbedingt sein. Aber ein Sparbuch ist von Vorteil." Auch mit einer Zeitungsannonce in der Gießener Allgemeine habe er die Frauensuche probiert. Die Nachfrage, ob "einspaltig oder zweispaltig" sorgte bei Fett für Verwunderung.

Doch was wären die CCB-Sitzungen ohne ihre Tanznummern? Egal ob Kindergarde, Midigarde oder Nasty Cocktails, Shake a Hip, Deluxe Eedition oder die Happy Hippos - da ist Feuer drin. Und auch der Auftritt des Männerballetts war wieder ein echter Hingucker. Vor dem Finale ließen dann die Grenzgänger ihre Lieder erklingen.

An der Spitze des Elferrats gab es in diesem Jahr übrigens einen Wechsel: Sebastian Schäfer übernahm das Zepter von Thomas Schäfer. Der "Neue" grüßte darum auch den Saal mit "Uffgeregt - Helau!". Der Senior versprach: "Wir feiern hier die Fasenacht - bis Aschermittwoch wird mitgemacht."

Wieder nicht nur so ein Spruch: Am kommenden Samstag findet die bereits ausverkaufte zweite Sitzung statt, am 9. Februar um 14.11 Uhr ist Sonntagssitzung. Eine Woche später zur selben Zeit wird die Kindersitzung gefeiert und am 19. und 20. Februar jeweils um 20.11 Uhr lassen es die Weiber krachen. Am 25. Februar läuft dann schließlich der große Umzug durchs Dorf.

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