Kultdisco wird abgerissen

Abriss der Nonnenröther Disco "Skyline" hat begonnen

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Wo einst getanzt wurde, holen nun Fachkräfte die Eternitplatten vom Dach: Die ehemalige Nonnenröther Disco "Skyline" wird abgerissen. Auf dem Gelände soll ein Neubaugebiet entstehen.

Die Nonnenröther "Skyline" verschwindet. Die Abrissarbeiten an der vor rund 20 Jahren geschlossenen Kultdisco sind in vollem Gange. Facharbeiter demontieren in weißen Schutzanzügen das Eternitdach, reißen die Asbestdämmung aus den Wänden, um sie in Transportsäcken zu verstauen. Bereits nächste Woche soll die zuletzt unter dem Namen "Pharao" geöffnete Disco verschwunden sein.

31 Bauplätze vorgesehen

Während sie auf das Asbest gerne hätten verzichten können - die Entsorgung ist teuer -, freuten sich Ulrich Ernst Weber und Karsten Kiethe vom Bauunternehmen Hoch- und Tiefbau Ernst Weber aus Rechtenbach vor allem darüber, dass es nun mit dem Abriss los geht. Das Unternehmen will auf dem Disco-Areal sowie angrenzenden Flächen 31 Bauplätze schaffen, hierfür zwischen 2,2 und 2,5 Millionen Euro investieren. "Das ist Südhang mit Blick bis zur Frankfurter Skyline", sagte Weber. Rund 20 500 Quadratmeter Bauland sollen erschlossen, dafür drei neue Straßen anlegt werden.

Neben der ehemaligen Discothek werden weitere Gebäude verschwinden: Auch das fast komplette Areal der zwischen Bergstraße und Grünberger Straße gelegenen ehemaligen Ziegelei - im Dorf auch "Mäusfabrik" genannt - soll abgeräumt und zu Bauland werden. Lediglich ein vor wenigen Jahren direkt an der Grünberger Straße errichtetes Wohnhaus sowie eine weitere Halle sollen nach derzeitigem Planungsstand hier stehen bleiben. Weber erklärte, man habe sich hier bereits mit fast allen Grundstückseigentümern geeinigt.

Auch Ziegelei-Areal wird Bauland

Trotz der teils industriellen Vorgeschichte müssten sich die Grundstückskäufer keine Sorgen machen. Weber sagte, die Gutachten hätten ergeben, dass die verschiedenen Nutzungen sowohl auf dem Disco- als auch dem Ziegeleiareal keinerlei Schadstoffe im Boden hinterlassen hätten. Nur das Discogebäude selbst ist - wie bei Gebäuden aus dieser Zeit üblich - mit Asbest und Eternit gebaut worden. Die über Jahrzehnte beliebten Baustoffe sind nun Sondermüll.

Der Ortsbeirat hatte vor wenigen Wochen vorgeschlagen, mit einem Straßennamen an die ehemalige Discothek zu erinnern. "So etwas würde mir auch gefallen", unterstützte Bürgermeister Rainer Wengorsch den Vorschlag. Ein wenig Wehmut schwingt bei ihm mit, während er die Bagger vor dem Gebäude stehen sind: "Es ist ja eigentlich schon traurig. Diese Discothek hat über Jahre das Ortsbild geprägt." Doch seit 20 Jahren war das Areal eine Brache. Dass man hier nun Bauland schaffen kann, ohne Ackerland zu verbrauchen, freute den Bürgermeister. "Das ist für Nonnenroth ein riesiger Entwicklungsschritt."

Vorschlag für "Skyline-Weg"

Ein kleines Stück Wiese wird man jedoch opfern: Der an die Discothek im Westen angrenzende Feldweg soll zu einer Straße werden. Da liege es nahe, diese auch beidseitig zu bebauen, sagte Wengorsch. Fünf Bauplätze entstehen hier.

Die Baugrundstücke sind mit Flächen zwischen 419 und 1187 Quadratmetern skizziert. Der Quadratmeter Bauland soll voll erschlossen rund 130 Euro kosten - "mit Glasfaseranschluss", betonte Wengorsch. Ab August soll der Verkauf starten, sagte Weber. Die Nachfrage sei bereits jetzt hoch, "obwohl wir noch gar keine Werbung gemacht haben". Vor allem viele Nonnenröther hätten nach einem Bauplatz gefragt. Ein höherer Quadratmeterpreis wäre zwar auch denkbar gewesen, doch das Bauunternehmen sah davon ab. Weber fragte: "Was soll man den Preis so hochtreiben und die Leute können es sich dann nicht leisten?"

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