+
Spielen gegen das Wetter an: Michael Sach, Ludger Busch, Ralf Frohnhöfer und Johannes Seel (v. l.).

Abba, Beatles, Queen

  • schließen

Hungen (kjg). Mit "Schön Rosmarin", einer der Alt-Wiener Tanzweisen von Fritz Kreisler, geschrieben für Violine und Klavier, eröffneten die "Saxophonbesitzer" ihr Konzert vor der malerischen Kulisse des Hungener Schlosses. "Das wird ein Ohrenschmaus für Freunde vieler Musikrichtungen", hatte Christoph Fellner von Feldegg, der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Schloss Hungen, versprochen und damit nicht übertrieben.

Das Quartett, bestehend aus Michael Sach, Ludger Busch, Ralf Frohnhöfer und Johannes Seel, und seine rund ein Dutzend Instrumente - vom Sopran- bis zum Kontrabass-Saxophon -, hatte am Freitag im Schlosshof keinen leichten Stand gegen den Regen, Dennoch überzeugten die vier Musiker die Zuhörer, die trotz großer Schirme doch etwas vom Regen mitbekamen. Aber sie hielten aus und quittierten die Beiträge mit begeistertem Beifall und Jubelrufen. Bei "I feel good" von James Brown, das Johannes Seel als passend zum Sommerende vorstellte, klatschten die Zuhörer fasziniert mit. Einer der Höhepunkte war "Mamma Mia" von Abba, das beim Publikum besonders gut ankam.

Bis zur Pause ging es mit Titeln wie "Don’t stop me now" von Queen oder "Don’t get arround" von Duke Ellington überwiegend "klassisch" zu. Bei "Yakety Sax" von Boots Randolph, das recht flott daherkam, setzte Michael Sach das Kontrabass-Saxophon ein. Seel erläuterte im Rahmen seiner Moderation, dass das Saxophon von Adolphe Saxe 1840 in Frankreich erfunden worden sei. Es gehöre zu den Holzblasinstrumenten, weil der Ton durch ein einzeln schwingendes Rohrblatt im Mundstück entstehe, und der Metallkorpus den Ton nur verstärke. Mit dem Aufkommen des Jazz in New Orleans habe das Saxophon seine heutige Bedeutung erhalten.

Mit Tini (Katharina) Thomsen, die 1981 in Hamburg geboren wurde und in Holland lebt, stellte Seel eine begeisterte und bedeutende Saxophonistin vor, die spielt, arrangiert und komponiert. Das Quartett brachte einige ihrer Werke zu Gehör, beispielsweise "pappie loop toch niet zo snel" oder "Blue Monk". Dazwischen grollte es immer wieder vom Himmel. "Macht nichts", meinte Seel. "Das Saxophon ist ein Militärinstrument, das kann Schlamm und Regen ab." Es folgte "When I’m sixty four" von den Beatles. Die Besucher klatschten bei dem als Dixievariante präsentierten Stück im Rhythmus mit. Werke von George Gershwin folgten. Bei "El Coco", einem argentinischen Tango, fühlte man die Tänzer durch den Schlosshof schweben. Mit "Guten Abend, gute Nacht" ging es in die Zugaben, die mit einem begeisterten Schlussapplaus bedacht wurden, bevor der Himmel seine Schleusen für einen kräftigen Regenschauer öffnete.

Der Konzertabend im Hungener Schloss brachte den Besuchern zwei Stunden neuere Musik aus Pop, Swing, Jazz, alten Schlagern und der Romantik.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare