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19 036-Kilometer-Marke ist zu knacken

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Hungen (kjg). Mit einem großen Fahrradaktionstag startete am Sonntag in Hungen das "Stadtradeln": Die Aktion läuft bis zum 15. Juni und soll die Bevölkerung motivieren, zum Einkaufen, zur Arbeit oder auch "nur" zum Vergnügen mit dem Drahtesel zu fahren.

Bürgermeister Rainer Wengorsch begrüßte die Radler und appellierte: "Treten Sie für Hungen in die Pedale und legen Sie möglichst viele Kilometer klimaneutral auf dem Fahrrad zurück." Die Marke des letzten Jahres sei zu knacken: Da wurden immerhin gemeinschaftlich 19 036 Kilometer zurückgelegt. Am "Stadtradeln", das bundesweit bis 30. September in derzeit 1000 Kommunen stattfindet, nehmen fast 80 000 Menschen teil. Mit der Kampagne will man die Menschen dazu bringen, über die eigene Mobilität nachzudenken und statt des Autos öfter das Rad zu nehmen. Oder, wie es ein Wissen-schaftler formulierte: "Aus Sonntagsradfahrern sollen Alltagsradfahrer werden."

Schnäppchen im Angebot

Radeln sei nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt, rief Wengorsch den Hungenern zu und empfahl, dies auch den Freunden und Bekannten weiterzuerzählen und für das Radfahren zu werben. Außerdem kündigte er an, dass das Radwegenetz weiter ausgebaut werden soll. Bereits vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung war der Codierstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) dicht umlagert. Die fleißigen Helfer hatten viel zu tun, um die von den jeweiligen Eigentümern ausgefüllten Auftragsformulare zu kontrollieren, Kaufbelege und Rahmennummern zu prüfen sowie die Nummer des Personalausweises einzutragen. Erst danach kam die eigentliche Codierung - auf Wunsch mit Eintrag im Internet, um im Falle eines Diebstahls im Netz nach dem Fahrrad fahnden zu können. AFDC und Polizei gehen davon aus, dass bereits die erkennbare Codierung am Fahrradrahmen einen Diebstahl verhindern kann, weil das Fahrrad mit der Codierung nahezu unverkäuflich ist.

Jörg Godejohann und Helfer hatten am Sonntag einiges zu tun, um den Wünschen nach einem kostenlosen Rad-Check und Probefahrten nachzukommen. Bei einer Versteigerungsaktion der Stadt erzielte eine Klarinette den Tageshöchstpreis: 85 Euro. Hier konnte man vom Kinderfahrrad über das Cross-Moped bis zu Schwimmflossen, Sonnenbrillen, Uhren und Schmuck alles ersteigern, was irgendwann einmal in Hungen verloren gegangen und im Fundbüro abgegeben worden war. Die Fahrräder gingen meistens für 5 bis 20 Euro weg. Darunter war auch das eine oder andere richtige Schnäppchen, wie etwa ein Mountainbike, bei dem sich Stephanie Stein und ihr Verlobter Marco Momberger überboten, und am Ende mit großer Freude das Rad für 15 Euro gemeinsam in Empfang nahmen. Der Rad-Check nebenan zeigte dann doch, dass es an einigen Stellen für die Sicherheit und Funktion dieses tollen Fahrrads etwas zu tun gab.

Die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität, eine Initiative des hessischen Wirtschaftsministeriums, machte fotografierend darauf aufmerksam, dass man sich auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Hungen bewegen kann. Mit Speisen und Getränken versorgt wurden die Besucher von den Radfahrvereinen RVG Germania Hungen und All Heil Inheiden.

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