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Zahlreiche Hüttenberger bekunden ihre Solidarität mit dem Supermarktteam.

Hüttenberger zeigen Regenbogen-Flagge

  • VonPatrick Dehnhardt
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Hüttenberg (pad). Ein Supermarkt ist per se ein weltoffener Ort. Hier kommen Menschen verschiedener Nationalitäten, aber auch sexueller Ausrichtung zusammen, um Lebensmittel einzukaufen. Auch die Wurzeln der Mitarbeiter sind meist bunt gemischt. Daher ist die Regenbogenflagge ein passendes Zeichen der Offenheit.

Vor den Märkten von Rewe Travaci, etwa in Langgöns, weht die Fahne daher schon seit einiger Zeit am Mast. Das war auch in Rechtenbach so - bis zur Nacht von Freitag auf Samstag. Unbekannte zerschlitzten die in mehreren Metern Höhe angebrachten Fahnen.

Zudem sprühten sie auf die Fassade des Marktes eine homophobe Botschaft, dass LGBT nichts Deutsches sei - in einer Grammatik, die bezweifeln lässt, dass die Urheber der Nachricht ihre Muttersprache beherrschen.

Die Nachricht zeigte Wirkung - jedoch eine andere, als von den Urhebern wohl beabsichtigt: Innerhalb kürzester Zeit wurde unter dem Motto »Hüttenberg ist bunt« eine Solidaritätskundgebung organisiert. Dabei waren alle Hüttenberger Parteien - FöBH, CDU, Freie Wähler, SPD und Grüne - vertreten, ebenso die Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt. Auch der Gemeindevorstand zeigte (Regenbogen-)Flagge, ebenso zahlreiche Bürger. Die Anwesenden wollten zeigen, dass Hüttenberg zusammen steht, bunt ist und niemanden ausgrenzt.

Marktleiterin Juliane Boldt war angesichts der breiten Unterstützung ebenso wie ihr Team gerührt. Die Sprayer und zerschlitzten Fahnen hätten die Mitarbeiter geschockt. »Wir können nicht begreifen, wie aus Hass etwas zerstört wird, das Vielfalt darstellen soll.

Volker Breustedt lobte, dass Rewe Travaci mit den Regenbogenflaggen ein Zeichen für eine offene Gesellschaft gesetzt habe. »Wenn das Vandalismus auslöst, ist das Scheiße«, fand er deutliche Worte. »Es ist ein Zeichen für Hass und Dummheit.«

Erster Beigeordneter Rudi Weber hatte einen Regenbogenschirm mitgebracht, wie ihn der hessische Landfrauenverband seit Jahren verwendet. »Brauchtum und Vielfalt gehen unter einen Schirm«, verdeutlichte er. Die Fahnen sind übrigens mittlerweile ersetzt worden.

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