Europameisterschaft

Hüttenberger Überflieger: Lars Rink startet bei Junioren-Europameisterschaft

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Lars Rink ist erst zehn Jahre alt, aber ein echter Profi im Modellsegelflug. Das will er nun auch bei der Junioren-EM in Nord-Mazedonien zeigen.

In diesem Sommer war es für den zehnjährigen Hüttenberger Lars Rink keine Frage, wohin die Reise gehen würde. Er hatte sich im vergangenen Jahr bei den Deutschen Jugendmeisterschaften für F1A-Segelflugmodelle für die Junioren-Europameisterschaften qualifiziert. Am Freitag startet er gemeinsam mit Bruder Leon und Papa Andreas mit dem Flieger nach Nord-Mazedonien. Dort trifft er am kommenden Mittwoch sowohl in der Einzelwertung als auch für Deutschland in der Teamwertung auf die internationale Konkurrenz.

"Flieger-Gen" in der Familie

Das "Flieger-Gen" haben Lars und sein Bruder Leon von Ihrem Vater geerbt - auch Papa Andreas heimste Mitte der 1990er Jahre einige Erfolge bei nationalen und internationalen Meisterschaften ein. Die Begeisterung für den Modellflug hat er an die nächste Generation vererbt.

Lars Rink startet in der Kategorie F1A-Segelflugmodelle. Die Modelle werden dabei von den Teilnehmern per Laufstart in die Luft gebracht. "Die Sportgeräte haben eine maximale Spannweite von 250 Zentimetern und ein Mindestgewicht von 410 Gramm. Sie werden mit einer 50 Meter langen Startleine auf Höhe gebracht", erklärt Andreas Rink die Rahmenbedingungen. Ein Durchgang dauert etwa 60 Minuten. Innerhalb dieser Zeit können die drei Piloten an jeder Startstelle den Startzeitpunkt selbst auswählen. Es geht darum, die aufsteigenden Luftströme aufzuspüren und die Thermik gut zu nutzen. Das bedeutet, dass manchmal die Modelle bis zu 15 Minuten an der Leine in der Luft gezogen werden, bevor man sie freilassen kann. Da braucht es eine gute Kondition.

180 entscheidende Sekunden

Sobald die Leine ab ist, geht es darum, ohne weiteren Einfluss des Piloten das Modell mindestens 180 Sekunden in der Höhe zu halten. Nach sieben Durchgängen werden die erreichten Flugzeiten zusammengezählt. Haben mehrere Piloten die Maximalzeiten über die sieben Durchgänge erflogen, erfolgt ein Stechen mit verlängerten Flugzeiten, bei dem die Piloten im direkten Vergleich gegeneinander antreten.

Für Lars Rink war die Qualifikation bei den Deutschen Jugendmeisterschaften bereits eine kleine Sensation. Den Ausflug nach Nord-Mazedonien wollen sie - trotz allen sportlichen Ehrgeizes - genießen: "Lars soll den Wettkampf nutzen, um Erfahrungen zu sammeln und alles zu genießen", betont Andreas Rink. Die beiden Kisten mit den Flugzeugmodellen stehen für die große Reise am Freitag bereit. Direkt am Samstag starten Leon, Lars und Andreas Rink bei einem Weltcup, um die örtlichen Gegebenheiten kennenzulernen.

19 Nationen am Start

Nach der offiziellen Anmeldung vor Ort, der Modellabnahme und der Eröffnungsfeier am Dienstag wird am Mittwoch der sportliche Teil der EM mit der Kategorie F1A beginnen. Insgesamt 19 Nationen reisen nach Nord-Mazedonien, die in jeweils drei unterschiedlichen Kategorien (F1A, F1B, F1P) antreten. Jedes Team darf pro Kategorie drei Mitglieder nominieren. Der Titelverteidiger aus Slowenien hat in der Startklasse F1A noch einen Bonus-Startplatz. Zu den Teilnehmern gehören Polen, die Slowakei, Italien, Russland, Mazedonien, Frankreich, Tschechien, Bulgarien, Slowenien, Israel, Österreich, Finnland, Estland, Rumänien, Serbien, die Ukraine und Lettland. "Die Hochburgen des Sports sind schon deutlich in Osteuropa", erklärt Andreas Rink.

Zur Finanzierung des "Abenteuers Jugend-Europameisterschaft" haben die Rinks Unterstützung von drei Privatleuten, einer Firma, dem eigenen Verein, dem Hessischen Luftsportbund und dem Deutschen Aero-Club erhalten.

Lars Rink sieht seine Teilnahme eigentlich ganz entspannt. In der Einzelwertung hat er lediglich ein Ziel: "Ich möchte nicht letzter werden", sagt er mit einem Augenzwinkern. "Ärgerlich ist es, wenn ich einen schlechten Flug habe und dieser auch in die Teamwertung einfließt."

Wer erfahren will, wie sich Lars Rink mit der deutschen Mannschaft schlägt, kann im Blog nachschauen, der tagesaktuell direkt von der Europameisterschaft berichtet: https://www.thermiksense.de/2019-f1abp-em-mazedonien/

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