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Ein Großprojekt in Hüttenberg: Auf dem ehemaligen Kappa-Gelände sollen Wohnungen entstehen.

Hüttenberger Bürgermeister im Sommerinterview: Fuß bei gemeinsamer Kita mit Langgöns »in der Tür«

  • vonPatrick Dehnhardt
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Bürgermeister Christof Heller spricht sich dafür aus, dass die Kommunalpolitik festlegt, welche Projekte in welcher Reihenfolge erledigt werden sollen.

Das prägende Thema der vergangenen Jahre war das Hallenbad. Wie ist der Stand bei den Neubauplanungen?

Die Verwaltung ist zusammen mit den Teilprojektgruppen zu den Themen Finanzen, Trägerschaft, Energie und Standort/Ausstattung dabei, die Grundlagen für das Projekt zu ermitteln. Die beauftragte Machbarkeitsstudie wird sich mit den Baukosten, den Nebenkosten und den Lebenszykluskosten beschäftigen. Ziel ist es, dass zum endgültigen Gremienbeschluss für den Bau alle Informationen vorliegen. Das ist eine sportliche Aufgabe .

Werden Förderprogramme angezapft?

Wir werden das Förderprogramm SWIM beantragen. Unklar ist noch, ob eine Bundesförderung kommt. Da wäre eine deutlich höhere Förderung möglich. Wir sollten alles in Anspruch nehmen, was geht.

Viele Badegäste stammen aus Linden und Langgöns. Werden diese Kommunen einen Beitrag leisten?

Ich hatte bereits vor längerer Zeit Gespräche mit den Bürgermeistern, die eine Beteiligung jedoch nicht in Aussicht stellen konnten. Dabei wäre es sinnvoll und wünschenswert, wenn gerade im Bereich der Schwimmbäder auch landkreisübergreifende, interkommunale Lösungen seitens des Landes favorisiert und gefördert würden.

Die Landes- und Bundespolitik fordert immer wieder mehr Schwimmangebote für Kinder. Fühlt man sich da als Gemeinde ein stückweit allein gelassen?

Hüttenberg übernimmt eine Aufgabe, die ein Grundzentrum alleine eigentlich finanziell nicht leisten kann. Die Landesregierung müsste Kommunen stärker unterstützen, die Bäder betreiben. Es geht nicht nur um den Neubau, sondern vor allem auch um die Folgekosten. Da müssten Gelder aus dem interkommunalen Finanzausgleich fließen.

In Sachen Kinderbetreuung wird derzeit ein kreisgrenzenübergreifendes Projekt geprüft: Zusammen mit Langgöns einen Naturkindergarten im ehemaligen Paul-Schneider-Freizeitheim einzurichten. Wie weit sind diese Überlegungen vorangeschritten?

G rundsätzlich ist alles, was uns hilft, neue Kita-Plätze zu schaffen, zu begrüßen. Jetzt muss man sich erst einmal die Konzepte anschauen und wie sich das finanzieren lässt. Es ist noch nichts konkret, aber wir haben einen Fuß in der Tür.

Also wird es zu diesem Thema noch einige Gespräche geben?

Das ist ein längerer Prozess. Langgöns bereitet derzeit ein Konzept vor, muss zudem eine Übereinkunft mit der Kirche treffen. Ob es für Hüttenberg eine Beteiligung, eine Einmietung oder ein anderes Modell geben wird, steht noch nicht fest.

In Langgöns gibt es Pläne, eine Grundsteuer C auf Baulücken und Baugrundstücke einzuführen, sobald dies rechtlich möglich ist. Ist das auch für Hüttenberg ein denkbares Modell?

Das Thema Grundsteuer C schwirrt seit ein, zwei Jahren durch die Lande. Ob und wie sie kommt, weiß noch keiner. Wenn sie vom Gesetzgeber beschlossen und möglich ist, würden wir sie in Hüttenberg auch einführen.

Würde es helfen, die vielen Baulücken in der Gemeinde endlich zu schließen?

Würde ein Teil der Grundstücke dadurch bebaut, wären wir sehr dankbar. Die Entwicklung des Innenbereichs hat klaren Vorrang vor der Ausweisung von Neubaugebieten.

Ein Teil der Nachverdichtung ist das Projekt Carre 2020 im Ortsteil Hüttenberg. Wie wichtig ist es, dass die Gewerbebrache nun Wohnraum wird?

Das Carre 2020 zeigt, wie sich mit wenig Flächenverbrauch viele Wohnungen schaffen lassen. Das ist exakt, was der Landesentwicklungsplan vorgibt.

Eines der größten Projekte in der Gemeinde ist der Glasfaserausbau. Wie weit ist der digitale Autobahnanschluss?

Bis Ende 2021 sollte der Glasfaserausbau abgeschlossen sein. Hüttenberg und Rechtenbach sind großteils bereits aktiviert. Es ist ein Projekt für die Zukunft und die Gegenwart der Gemeinde. In der Pandemie mit Homeschooling und Home Office hat es sich bereits bewährt. Für den Ausbau mussten wir kein Steuergeld in die Hand nehmen. Es hat aber viel Kapazität in der Bauverwaltung gebündelt.

Neben der Glasfaser und dem Hallenbad gibt es zahlreiche weitere Baumaßnahmen und Planungen, von Baugebiet bis Bürgerstuben. Kann das die Verwaltung noch schaffen?

Wir können nicht alles gleichzeitig angehen, sondern nur Schritt für Schritt. Wir haben sehr viele Projekte im Raum stehen, dazu kommt das Tagesgeschäft. Deswegen muss die Politik eine Reihenfolge in die Priorität der Projekte bringen und sagen, was ihr am wichtigsten ist. Das ist nun die Aufgabe des Haupt- und Finanzausschusses.

Christof Heller

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