Hotels und Gaststätten leiden

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Gießen(pm). Eine Reihe von Branchen ist durch die Be-schränkungen der Corona-Pandemie schwer angeschlagen. Insgesamt ist nur knapp jedes dritte Unternehmen mit seiner Geschäftslage zufrieden, zeigte die Befragung der Mitgliedsunternehmen im IHK-Bezirk. Das Konjunkturbarometer ist unter die Zufriedenheitsschwelle abgerutscht.

Insbesondere die Hotels und Gaststätten leiden, offenbart der regionale Konjunkturklimaindex in der Gastronomie. Er stürzte auf einen Wert in Höhe von 35,4 ab. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag er noch bei 116,5. Rund drei Viertel des Gastgewerbes gehen von sinkenden Beschäftigtenzahlen aus. Die Konjunkturumfrage fand im September statt und befragte knapp 1000 Betriebe. Geantwortet haben 333.

Im Landkreis Gießen schrumpfte der Gesamtwert von 99,2 auf 89,6. Dieser liegt unter dem Gesamt-Index für Hessen, für den sich ein Wert von 95 errechnet (die Zufriedenheit beginnt bei 100).

In der Gesamtschau der Konjunktur zeigt sich, dass sich noch 28,4 Prozent der regiona-len Betriebe zufrieden mit der derzeitigen Geschäftslage zeigen (2019: 33,5 Prozent). Die Unzufriedenheit hat sich dagegen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Knapp jedes dritte Unternehmen ist unzufrieden (27,8), vor einem Jahr war dies nur knapp jedes sechste (17,1 Prozent). Nur noch 16,2 Prozent blicken derzeit optimistisch in die Zukunft. Insgesamt liegt der Klimaindex im IHK-Kammerbezirk bei 95,1, gleichwohl wies er in Zeiten der Finanzkrise - im Frühjahr 2009 - mit 62,9 einen weitaus schlechteren Wert auf.

Herausforderungen im neuen Jahr

Manche Branchen sind von den Corona-Einschränkungen nur wenig betroffen. Einige Sektoren in der hiesigen Wirtschaft können ihre Stärken auch in der Corona-Pandemie ausspielen. So weist der Bausektor in der Wetterau mit 128 einen sehr robusten Klimawert auf. Im Sommer zog der Auftragseingang sogar um 3,5 Prozent an. Der Wohnungsbau übernimmt die Rolle der Konjunkturlokomotive. Insgesamt liegt der Klimaindex Bau bei 120 gegenüber 133,1 im Vorjahr. Die Befragten rechnen zudem mit steigenden Beschäftigtenzahlen.

Aus dem überaus schwierigen Jahr 2020 werden laut IHK einige Herausforderungen in das kommende Jahr übergehen, insbesondere für die besonders stark betroffenen Branchen. Weitere Hindernisse für einen wieder einsetzenden Aufschwung ergeben sich aus dem Brexit, den höchsten Strompreisen und Steuerbelastungen in der Europäischen Union und einer sich weiterhin verschlechternden Verkehrsinfrastruktur.

Die Verunsicherung im Bereich der Automobilindustrie dämpft ebenfalls die Stimmung.

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