srs-seniorenbeirat3_0306_4c
+
Nach der Wahl des Vorstands trifft sich der Seniorenbeirat nun zu ersten inhaltlichen Diskussionen am 13. Juli.

Holpriger Start des Seniorenbeirats

  • vonStefan Schaal
    schließen

Nach Jahren der Vorbereitung, Fehlern bei den Stimmzetteln und einer neuen Ansetzung der Wahl hat sich am Dienstag nun endlich der Seniorenbeirat in Linden formiert. Der Start verlief wie die Vorgeschichte des Gremiums: holprig und begleitet von Reibereien.

Der Vorsitzende war gerade gewählt, Bernd Wagner hatte den Posten angenommen, da brachen in der ersten Sitzung des Seniorenbeirats gleich Reibereien auf. Zu den beiden Stellvertretern Wagners - so lautete ein Vorschlag - sollten zwei Frauen gewählt werden. Einer widersprach: »Das haben wir anders besprochen.« Ein anderer erklärte: Einer Frau als stellvertretender Vorsitzenden würde er zustimmen. »Frau Schimmel ja. Aber keiner jüngeren.«

Holprig verlief die Konstituierung des Seniorenbeirats am Dienstag in der Volkshalle. Am Ende kamen sie allerdings zu einem Ergebnis. Zu den stellvertretenden Vorsitzenden wurden Sonja Hofmann und Winfried Keßler gewählt, Schriftführer ist Joachim Pirr, Vertreter des Gremiums im Seniorenbeirat Horst Weitze, zu seinem Stellvertreter wurde Hans-Jürgen Jung gewählt.

Wagner, der Vorsitzende, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, er war 20 Jahre lang stellvertretender Leiter des Wohnheims Langgöns der Schottener Sozialen Dienste. Mittlerweile ist der 67-Jährige im Ruhestand, engagiert sich allerdings ehrenamtlich im Betreuten Wohnen und in der ambulanten Familienhilfe, außerdem blickt er auf viele Jahre als Fußballtrainer beim TSV Großen-Linden zurück.

Wichtiges Ziel sei nun zunächst, als Team in dem Beirat zusammenzurücken, sich mit den politischen Abläufen in dem Gremium vertraut zu machen und vor allem unter den Menschen in der Stadt als Ansprechpartner bekannter zu werden, sagte Wagner.

Ideen seien außerdem, zu weiteren Treffpunkten von Senioren in Linden beizutragen, beispielsweise durch gemeinsame Rundgänge. Unter anderem durch die Arbeit des Sozialverbands VdK, der Diakonie und der Generationenbrücke sei Linden bei den Angeboten für Senioren bereits »gut aufgestellt«, betonte Wagner.

»Endlich«, erklärte der Erste Stadtrat Harald Liebermann (CDU) in einem Grußwort zur Gründung des Seniorenbeirats. »Es hat ein Stück gedauert.« Die Anzahl der Bewerbungen aber habe gezeigt, dass Interesse am Engagement für die Belange der Senioren in Linden besteht. Das Gremium habe einen guten Start verdient, sagte er.

Liebermann regte die Mitglieder des Seniorenbeirats zudem an, den Austausch mit der Jugendvertretung in Linden zu suchen und so »Brücken zu schlagen«.

Das Gremium trifft sich zu ersten inhaltlichen Diskussionen am 13. Juli um 19 Uhr, der Ort steht noch nicht fest. Fabian Wedemann, der Stadtverordnetenvorsteher, versprach, den Beirat mit Themen und Tagesordnungspunkten zu füttern. Auch über die Zeitpunkte der Sitzungen werde man sich in der Sommerpause noch Gedanken machen. »Es ergibt ja keinen Sinn, den Seniorenbeirat anzuhören, wenn zu den Themen im Stadtparlament Beschlüsse bereits gefallen sind.«

Holprig wie die erste Sitzung am Dienstag war auch die Vorgeschichte des Gremiums verlaufen. Nach Fehlern in den Stimmzetteln war die Wahl des Beirats im Oktober vergangenen Jahres aufgehoben und wieder neu angesetzt worden. Mitglieder mit Migrationshintergrund fehlen in dem Gremium gänzlich, wie auch der Vorsitzende Wagner feststellte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare