Das Hofgut Schmitte liegt idyllisch am Ortsrand von Rodheim-Bieber und hat eine attraktive Zukunftsperspektive.
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Das Hofgut Schmitte liegt idyllisch am Ortsrand von Rodheim-Bieber und hat eine attraktive Zukunftsperspektive.

Hofgut Schmitte

Hofgut Schmitte: Hotel und Gastronomie entstehen in Rodheim-Bieber

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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In wenigen Jahren wird die Gemeinde Biebertal wohl um eine Attraktion reicher sein. Das Hofgut Schmitte hat nicht nur einen, sondern sogar drei Käufer gefunden. Sie wollen das herrschaftliche Anwesen, das ursprünglich als Schmiede, später als Mahlmühle diente, in ein Hotel mit angeschlossenen Tagungsräumen sowie einem gastronomischen Betrieb umgestalten.

Das Hofgut Schmitte, am südlichen Ortsrand von Rodheim-Bieber gelegen, soll ein Ausflugs- und Veranstaltungsort werden. Ende vergangenen Jahres hatte die Unternehmensgruppe Kling aus Karben das herrschaftliche Anwesen erworben. Nun stellte der Unternehmer Bruno Kling gestern nicht nur das Vorhaben, sondern auch die beiden Unternehmen vor, die ebenfalls an dem Projekt – jeweils zu einem Drittel – beteiligt sind. 

So soll das im Tal des Bieberbaches gelegene Hofgut umfassend saniert und zu einem gastronomischen Betrieb inklusive Hotel umgestaltet werden. »Die Kling-Gruppe hat in den vergangenen Jahren mehrere Denkmalobjekte saniert und wachgeküsst. Wir freuen uns darauf, mit unseren Partnern das Hofgut Schmitte wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen«, freut sich Kling, der mit Dr. Wolfgang Lust, Geschäftsführer der LBI Holding, und der BüchnerBarella-Gruppe zwei heimische Unternehmen mit ins Boot holen konnte. 

»Mit dem Hofgut haben wir eine für uns ideale Location für das Betreiben unserer Akademie gefunden. Wir freuen uns, jährlich 60 bis 70 Schulungs- und Arbeitskreisveranstaltungen an diesem Tagungsort inmitten einer wunderschönen Landschaft durchzuführen«, warf Stefan Kenntemich, geschäftsführender Gesellschafter der BüchnerBarella-Gruppe, den Blick auf einen künftigen Verwendungszweck. Einen anderen Gesichtspunkt nannte Lust: »Mit der geplanten Sanierung und dem Ziel, das Hofgut für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, denken wir, dem letzten Willen von Frau van der Hoop (der letztem Eigentümerin) gerecht zu werden und den Charme des Hofguts auch zukünftig als Ensemble über weitere Jahrhunderte zu erhalten.« 

So sollen auf dem rund 124 000 Quadratmeter großen Gelände neben einem Boutique-Hotel und Ferienwohnungen auch Seminar- und Veranstaltungsräume für Geburtstage, Hochzeiten und Tagungen entstehen. Vorgesehen ist auch eine Außengastronomie. Wie Joseph Kaiser, der die Funktion eines Verwalters ausübt, berichtete, soll ein bestehender Spazierwald wieder aktiviert, Bäume dafür aber nicht gefällt werden. Biebertals Bürgermeisterin Patricia Ortmann freute sich über das Vorhaben: »Für uns in Biebertal ist dieses Projekt eine deutliche Standortaufwertung. ›Die Schmitte‹ ist einfach wie gemacht für ein Hotel. Seit Generationen lockt dieser romantisch-malerische Ort Spaziergänger und Radfahrer an.« Mit der Sanierung der insgesamt 15 zum Teil noch bewohnten Gebäude soll nach Auffassung der neuen Eigentümer »zukünftiges ökonomisches Potenzial aufgebaut und für die Wirtschaft genutzt werden«.

Derzeit steht das Hofgut Schmitte als Kulturdenkmal, das erstmals 1412 als Waldschmiede im Besitz des Hauses Gleiberg erwähnt wurde, unter Denkmalschutz. 1550 wurde aus der Schmiede eine Mahlmühle, die über 400 Jahre in Betrieb war und in der erst 1955 die Arbeit eingestellte wurde. 2007 starb die letzte adlige Bewohnerin und Eigentümerin des Hofguts: Dr. Freifrau Dorothea van der Hoop, deren erklärter Wunsch es war, das Ensemble zu erhalten. Doch die Biebertaler Kommunalpolitik schlug 2008 mit knapper Mehrheit das Erbe aus. Die finanziellen Risiken schienen einfach zu groß. Die Gebäude dürfen nur innerhalb eines sehr eng gesteckten Rahmens verändert werden. Daher ist eine Zusammenarbeit der neuen Eigentümer mit den Denkmalschutzbehörden nötig. Für die Bau- und Planungszeit wurden etwas mehr als zwei Jahre veranschlagt. Zur Höhe der Gesamtkosten ließen die Investoren durchblicken, dass es sich wohl um einen höheren einstelligen Millionenbetrag handeln dürfte.

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