Hoffnung im "Tal der Anschlusslosen"

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Grünberg (tb). "In der Dorfmitte geht gar nix", antwortet Anita Weitzel auf die Frage nach dem Stand der Mobilfunkversorgung. Die langjährige Ortsvorsteherin von Weitershain - und nicht nur sie - hofft seit einer gefühlten Ewigkeit auf Besserung in dem abgelegenen Grünberger Stadtteil. Gerade im Interesse der Jungen, von denen heutzutage kaum einer mehr einen Festnetzanschluss sein Eigen nennen.

Jetzt aber besteht Hoffnung für die Handy-Nutzer im "Tal der Anschlusslosen", wie die Ortsvorsteherin selbst ihr Dorf scherzhaft nennt: Auf Anfrage dieser Zeitung hat die Deutsche Funkturm GmbH bestätigt, man plane in Weitershain einen neuen Mobilfunkstandort. Aktuell laufe die Suche nach einem geeigneten Standort. Wie die Pressestelle des Münsterer Unternehmens versicherte, werde man den Mast auch allen anderen Anbietern zur "Mitnutzung" anbieten.

Die Funkturm, eine Tochter der Deutschen Telekom AG, plant, realisiert und vermarktet die Antennenträger. Im Zuge organisatorischer Änderungen des Konzerns sind die Münsterer unterdessen auch Eigentümer und Betreiber der Masten geworden.

Wieder Anita Weitzel sagte gegenüber dieser Zeitung, der Ortsbeirat habe in seiner jüngsten Sitzung den Plänen einmütig zugestimmt. "Gegen eine geeignete Positionierung des Mastes bestanden keine Bedenken."

Der 40 Meter hohe Antennenturm soll auch im Nachbardorf Bernsfeld für ein verbessertes 4G-Netz sorgen. Weswegen als Standort eine Fläche unweit des ehemaligen Sportplatzes, am Pfingstwald, präferiert werde. Freilich, so die Ortsvorsteherin, seien in ihrem Gremium doch Bedenken laut geworden, ob von diesem Standort aus tatsächlich die Unterversorgung auch des Mücker Ortsteils behoben werden könne.

Sei’s drum, die Weitershainer hoffen nun, dass nach der erfolgreichen Suche nach dem besten aller Standorte ebenso der Grunderwerb und das Baugenehmigungsverfahren glattlaufen. Auf dass es in Bälde nicht mehr zu jener Szene kommt, die auch die Ortsvorsteherin mehr als einmal beobachtet hat: Wenn sich die Jugend an der Dorfeiche treffe, klettere immer wieder mal ein Teenager auf eine der Bänke und recke das Smartphone in die Luft - "um so wenigstens einen Balken auf seinem Handy zu haben", erzählt Anita Weitzel.

Die langjährige Ortsvorsteherin vergisst am Ende des Festnetzgesprächs auch nicht, auf den ebenso stark verbesserungswürdigen Internet-Standard hinzuweisen: Das Dorf wird über eine Funkverbindung versorgt, die jedoch entspreche gerade bei hoher Frequentierung oder schlechtem Wetter nicht den heutigen Ansprüchen der Nutzer.

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