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Die beteiligten Akteure des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der vier Kommunen wollen die Kreisgrenze für Wanderer attraktiver gestalten - mit einem »Höhenwanderweg«.

»Höhenwanderweg« soll Landkreise verbinden

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Ebsdorfergrund/Staufenberg/Allendorf/Rabenau (jwr). Die Beteiligten waren sich einig: Die Corona-Zeit habe der Lust Vieler aufs Wandern noch einmal einen Schub gegeben - und dafür hätten die Orte entlang der Grenze der Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf einiges an Natur und Kultur zu bieten, was man nun stärker herausstellen müsse. Bei einem Pressetermin im Anschluss an ein Arbeitsgespräch haben Vertreter aus dem Lumdatal und der Gemeinde Ebsdorfergrund am Donnerstag an der Gaststätte »Zur Wilhelmshöhe« in Ilschhausen erste Ideen für einen »Höhenwanderweg Lumdatal-Ebsdorfergrund« skizziert und über den weiteren Fahrplan informiert.

Mit dabei waren unter anderem die Bürgermeister Peter Gefeller (Staufenberg), Thomas Benz (Allendorf/Lumda), Andreas Schulz (Ebsdorfergrund), Rabenaus Erster Beigeordneter Ingo Lich sowie die Ortsvorsteher von Ilschhausen, Roßberg, Leidenhofen, Hachborn, Treis und Rüddingshausen.

Bereits vor einem Jahr hätten die vier Kommunen und beide Landkreise die einheitliche Beschilderung von Radwegen an der Kreisgrenze umgesetzt und die Wege verbunden. »Das ist die Blaupause«, sagte Schulz beim Termin, und weiter: »Wir wollen grenzübergreifend Gebiete erschließen.« Nun sei die Idee geboren worden, einen Höhenwanderweg auszuweisen, der aus mehreren Etappen und Verzweigungen bestehen könne. Man plane, einen gemeinsamen Antrag für eine Förderung durch das EU-Programm »Leader« (Entwicklung des ländlichen Raums) zu stellen, beide Kreise seien Förder-Regionen. »Wir wollen nicht kleckern, sondern klotzen«, so der Bürgermeister von Ebsdorfergrund: Er rechne mit Investitionen in Höhe von etwa 100 000 Euro und hoffe auf eine EU-Förderung zu etwa 70 Prozent und womöglich weitere Zuschüsse über die Landkreise. Denkbar seien neben einer einheitlichen Beschilderung der Routen zum Beispiel Sonnenliegen, Sitzgruppen und Stellplätze. »Es passt perfekt zum Tourismuskonzept«, ergänzte Benz. Amtskollege Gefeller sagte, als »Arbeitsgrundlage« biete sich die »Alte Straße« als etwa 15 Kilometer langer historischer Grenzweg zwischen Staufenberg und Roßberg an. Möglich sei auch, vier Wanderrouten einzubinden, die auf einer einstigen Exkursion des Naturforschers Senckenberg basierten. »Dem Tourist ist völlig wurst, in welchem Landkreis er sich befindet«, so Gefeller.

Wandern ohne Karte

Die Ortsvorsteher steuerten beim Termin Attraktionen in ihren Orten bei - etwa Erhebungen wie der Totenberg und der Leidenhöfer Kopf und kulturhistorische Stätten wie das Kloster Hachborn. Wanderer aus der Region und Touristen könnten profitieren, ebenso aber heimische Gastronomen, hieß es weiter. »Wir müssen filtern: Was würde Wanderern ein Erlebnis bieten?«, meinte Dr. Armin Feulner, beim Kreis Marburg-Biedenkopf für Wanderwege zuständig. Ziel müsse sein, Wandern ohne Karte zu ermöglichen. Das nächste Arbeitstreffen ist für September geplant, »wir müssen jetzt was liefern«, so Feulner. Das Vorhaben betreffe 14 Ortsteile in vier Kommunen - »so ein Leader-Projekt hat man selten«, sagte Schulz, »ich bin mir sicher, dass es gefördert wird.«

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