So hoch ist die Steuerbelastung in den Kommunen

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Gießen(pm). Der Bund der Steuerzahler (BdST) hat die kommunale Finanzpolitik im Landkreis Gießen beleuchtet. Die Ergebnisse dieser jährlichen Kommunalsteueranalyse zeigen ein sehr differenziertes Bild. So sahen die Städte und Gemeinden bei den kommunalen Steuern sowohl vereinzelt Steuererhöhungen als auch -senkungen vor.

Bei der Grundsteuer B haben drei Kommunen ihre Hebesätze gegenüber dem Vorjahr angehoben. Die stärksten Steigerungen treffen die Menschen in Hungen (+ 70 Prozentpunkte) und Biebertal (+ 50). In Allendorf (- 120) und Buseck (- 40) werden sie hingegen entlastet. Die Grundsteuer B wird auf bebaute oder bebaubare Grundstücke erhoben und trifft über die Nebenkosten auch Mieter.

Mit einer Erhöhung von 30 Prozent setzt sich Rabenau mit nun 690 Prozent an die unrühmliche Spitze im Kreis, am wenigsten müssen die Steuerzahler mit je 300 Prozent weiterhin in Pohlheim und Langgöns berappen.

Knapp unter Hessen-Durchschnitt

Der durchschnittliche Hebesatz der Kreis-Kommunen sinkt minimal auf 458 Prozent. Dieser Wert liegt knapp unter dem Durchschnitt aller hessischen Kommunen, der 2019 460 Prozent betrug.

Mit Rabenau (+ 150) und Hungen (+ 25) erhöhten zwei Kommunen ihren Hebesatz bei der Grundsteuer A, die land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen besteuert. Allendorf (- 120) und Buseck (- 40 Prozent) senkten ihre Hebesätze. Dennoch bleibt Allendorf mit nun 575 Prozent weiter an der Spitze. Den niedrigsten Hebesatz zahlen die Land- und Forstwirte mit 300 Prozent in Langgöns. Mit einer durchschnittlichen Belastung von 384 Prozent bleiben die Kommunen des Kreises unter dem hessischen Vorjahres-Durchschnitt von 408 Punkten.

Bei der Gewerbesteuer haben ebenfalls zwei Kommunen zugeschlagen, wenn auch mit moderateren Erhöhungen. Die kräftigste Steigerung gab es in Hungen (+ 40), damit liegt die Stadt mit einem Hebesatz von 440 Prozent nun an der Spitze. Allendorf senkte auch diese Steuer leicht (- 20).

Die geringste Belastung müssen die Gewerbetreibenden in Langgöns tragen, wo der Hebesatz 350 Prozent beträgt. Der Kreis bleibt mit durchschnittlichen 395 Prozent weiter knapp über dem hessischen Schnitt von 2019 (385 Prozent).

Erwähnenswert ist darüber hinaus, dass die Kommunen im Kreis auch bei den sogenannten Bagatellsteuern Änderungen vorgenommen haben. So hat Rabenau an der Hundesteuerschraube gedreht. Und in Grünberg entfällt seit diesem Jahr die Zweitwohnungssteuer. Damit erheben mit Gießen, Hungen, Langgöns und Laubach noch vier Kommunen eine Zweitwohnungssteuer.

2020 schafften zudem vier Kreiskommunen die Erhebung von Straßenbeiträgen vollständig ab. Damit verzichten nun insgesamt neun Städte und Gemeinden komplett auf die Erhebung. Die Stadt Pohlheim befindet sich aktuell in einer Übergangsphase und wechselt von einmaligen zu wiederkehrenden Straßenbeiträgen. Danach erheben noch sieben Kommunen einmalige und zwei Kommunen wiederkehrende Straßenbeiträge,

Allerdings, und auch darauf weist der BdST hin, wurde die Mehrzahl der Haushalte noch vor Beginn der Corona-Pandemie beschlossen. "In der aktuellen Situation zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Kommunen bei den Finanzen ihre Hausaufgaben machen", sagt Joachim Papendick, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbunds. "Kommunen mit soliden Finanzen können den aktuellen Herausforderungen besser entgegentreten als solche mit ohnehin schon klammen Kassen." Bereits jetzt sei abzusehen, dass die Auswirkungen der Pandemie die Kommunen finanziell erheblich belasten werden.

Mehr Infos und Zahlen unter www.steuerzahler-hessen.de

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