Wie hoch sind die Mieten im Gießener Land?

  • vonred Redaktion
    schließen

Gießen(pm). Gut 5000 Vermieter im Landkreis haben Post von der Kreisverwaltung bekommen. Darin wird um Auskunft über die Höhe der von ihnen verlangten Wohnungsmieten gebeten.

Erforderlich ist dies, da der Kreis für bestimmte Personen Mietkosten im Rahmen der Sozialhilfe übernimmt. Für die Berechnung der Summen, die dabei anerkannt werden, gelte es, die tatsächlichen Mietpreise zu ermitteln, heißt es eingangs einer Pressemitteilung aus den Rivers.

Hintergrund sind sogenannte "Kosten der Unterkunft", die der Kreis für Leistungsberechtigte nach den Sozialgesetzbüchern II und XII zahlt. Bereits seit 2012 werden regelmäßig die anzuerkennenden Mietwerte ermittelt. Den Auftrag erhielt nun das Institut "Analyse und Konzepte".

Ziel ist es, anhand der tatsächlichen Mieten die Höhe der anzuerkennende Unterkunftskosten zu berechnen. Dabei geht es um die Kostenübernahme bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende sowie um Hilfen für Erwerbsgeminderte oder Altersrentner. Der Landkreis möchte die neu ermittelten Werte noch im Laufe dieses Jahres nutzen.

Landrätin Anita Schneider wirbt für eine rege Teilnahme an der Umfrage: "Je mehr Vermieter sich beteiligen, desto besser können wir Markt und Preisniveau abbilden und Leistungsberechtigte angemessen versorgen."

Grünes Licht vom Datenschutz

Sozialdezernent Hans-Peter Stock verweist darauf, dass die Erhebung einer Übernahme von Unterkunftskosten dient, die rechtmäßig ist und den Bedarf deckt. "Zugleich geht es hier aber auch um die verantwortungsbewusste Verwendung von Steuermitteln."

Insgesamt hat der Kreis etwa 5000 Vermieter angeschrieben. Die Adressen wurden von der Stadt Gießen aus der Grundsteuerveranlagung sowie von der Abfallwirtschaft des Kreises zur Verfügung gestellt.

Die Vermieterbefragung ist die erste seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung. Der hessische Datenschutzbeauftragte habe grünes Licht gegeben: "Diese Datenübermittlung ist erlaubt, weil sie zur Wahrung erheblicher Belange des Gemeinwohls erforderlich ist. Dazu zählt die Schaffung einer schlüssigen Berechnungsgrundlage für angemessene Kosten der Unterkünfte im Rahmen der Sozialhilfe", heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises. Für die Berechnung benötigt würden nur die Miethöhen. Die beim Institut "Analyse und Konzepte" eingegangenen personenbezogenen Daten würden dort nach einer Vorabprüfung gelöscht.

Angeschrieben wurden nicht nur viele, die privat Wohnungen vermieten, sondern auch alle größeren Wohnungsbaugesellschaften, die nahezu alle teilgenommen haben. Auch bei der Befragung der Wohnungsbaugesellschaften wird der Datenschutz beachtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare