Werner Heibertshausen (l.) und Gerd Höricht stellen die gedruckte Stadtführung vor. FOTO: JWR
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Werner Heibertshausen (l.) und Gerd Höricht stellen die gedruckte Stadtführung vor. FOTO: JWR

Historische Tour durch Allendorf

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Wie sah das mittelalterliche Allendorf aus? Und warum nennt man die Allendorfer "Bärtze"? Über dies und mehr gibt eine gedruckte Stadtführung der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte nun Aufschluss.

Es sollte ein Highlight zum 650-jährigen Stadt- und Nikelsmarkt-Jubiläum werden, das wegen Corona vorerst nicht gefeiert werden kann. Das macht dieses Werk aber nicht weniger interessant: Die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf/Lumda hat auf Grundlage breiter Recherchen eine 58-seitige Stadtführung in Form einer Broschüre ausgearbeitet. Am Mittwoch, dem eigentlichen Tag des Nikelsmarktes, wurde sie in der "Halle der Kunst" von Werner Heibertshausen und Gerd Höricht vorgestellt.

Das Werk bietet interessante Einblicke in die lange Geschichte der kleinen Lumdatal-Stadt. Enthalten sind unter anderem eine Doppelseite über die 1370 verliehenen Markt- und Stadtrechte und den "Freiheitsbrief" samt historischem Stadtplan, Infos zu einzelnen geschichtlichen Ereignissen und eine eigens entworfene Karte für einen Stadtrundgang auf historischen Spuren. Auch die frühere Stadtbefestigung und der noch bestehende Wehrturm, die Geschichte der evangelischen Stadtkirche und des Pfarrhauses sowie des alten Rathauses werden aufgegriffen. Ferner widmet sich die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte in der Broschüre alten Gewölbekellern, den Friedhöfen und der wechselvollen Geschichte des Nikelsmarktes. Nicht zuletzt ist eine Bildmontage enthalten, die einen Eindruck von der früheren "Unterpforte" in der Treiser Straße (ehemals "Untergass") vermittelt. Außerdem ist zu erfahren, woher der Uzname der Allendorfer ("Bärtze") ursprünglich stammt. Rund 100 Bilder vermitteln einen Eindruck vom früheren und heutigen Ortsbild.

Die Idee, die Historie der Stadt in dieser Form aufzuarbeiten, stammt laut Heibertshausen vom inzwischen verstorbenen Gisbert Meuschke. Gemeinsam mit ihm habe er vor zehn Jahren mit der "mühevollen Arbeit" begonnen. "Es waren sehr viele Besuche in Archiven nötig, um Neues zu finden und auch um zu recherchieren", blickt Heimatkundler Heibertshausen zurück. Damit aber sei die Arbeit längst nicht getan gewesen.

Heibertshausen ordnete die recherchierten und bereits in seinem Archiv vorhandene Daten und gab sie an Gerd Höricht weiter, der bereits mehrere Broschüren für die Arbeitsgemeinschaft grafisch umgesetzt hat. Höricht bearbeitete alte Fotos hochauflösend, stellte die Broschüre zusammen und bereitete alles für den Druck vor. Ohne Hörichts Einsatz wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen, betont Heibertshausen. Er dankt ebenso lokalen Sponsoren, auf die man bei dem Projekt angewiesen gewesen sei.

"Das ist ein ganz wertvolles Dokument", ist sich Heibertshausen sicher. Nun hoffe er, "dass die Broschüre von der Allendorfer Bevölkerung gekauft und geschätzt wird". Man sei für jeden Cent dankbar. "Rundherum hat kein Ort eine solche Stadtführung", äußert sich der Heimatkundler stolz. Die umfangreiche Broschüre sei auch ein wichtiger Beitrag im Hinblick auf den Ausbau des Tourismus.

Den Plan, die Stadtführung samt professionellem Führer vor Ort anzubieten, habe man wegen Corona vorerst nicht umsetzen können. "Das wird nachgeholt", bekräftigt Heibertshausen. Derweil sind die nächsten Projekte der Arbeitsgemeinschaft schon in Planung. Langeweile dürfte bei Höricht und Heibertshausen vorerst nicht aufkommen.

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