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Wie im Himmel

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Mit Gesang, Theaterszenen, Rock’n-Roll, dem "Brummtopf" sowie dem "singenden Postboten" Gerhard Fay präsentierte der Heimatverein Rodheim-Bieber am Samstagabend eine vielfältige "Lange Nacht" im großen Saal des Bürgerhauses. Der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing, begrüßte 150 Besucher, darunter Bürgermeisterin Patricia Ortmann, Parlamentsvorsitzende Elke Lepper sowie Vertreter der Gemeindegremien und Vereine und Abordnungen aus den Nachbardörfern. Um die längste Nacht des Jahres ranken sich viele Bräuche und Geschichten. Die Jugend traf sich im Winter wöchentlich in den Wohnungen zu den Spinnstuben und die Mädchen sponnen meist an ihrer Aussteuer. Am Abend des 21. Dezember trafen sich die Spinnstubengesellschaften ausnahmsweise in einer Gastwirtschaft. Bei Musik und Gesang feierten sie bis in den nächsten Tag hinein. Gesponnen wurde an diesem Tag nicht.

Das Programm bot Brauchtum und Dialekt auf unterhaltsame Art und Weise. Gekonnt und humorvoll führte Ingo Pfaff (Bieber) durch das gut dreistündige Programm. Charmant und mit viel Temperament trat die Rock’n’Roll-Gruppe der Spiel-Vereinigung Frankenbach (Choreografie Diana Haas) auf.

Bei "Stammtisch im Himmel" saßen in Nachthemden gekleidet die Stammtischbrüder von 1915 in der Bieberer Gastwirtschaft Germania. Sie wurden verkörpert durch Karl Ruppert als Heinrich, Sigurd Bremer als Otto, Helmut Failing in der Rolle des Konrad und Klaus Rüspeler als Karl sowie Marie Reinhardt als Wilhelmine. Sie ließen die vom Himmel aus beobachteten Ereignisse in Biebertal Revue passieren. Dazu gehörten "die Umgestaltung von Hof Schmitte in ein Boutique-Hotel", der neue Edeka-Markt, die geplanten Wohnungen und die Tagespflege auf dem "Andreese-Areal" sowie der fehlende Personenwagen auf dem Bieberlies-Erinnerungs-Areal, der aber nun im Frühjahr kommen soll.

Mundart-Zertifikat für Ortmann

Gerhard Fay, am Akkordeon begleitet von Horst Schepp, begeisterte mit seiner ausdrucksstarken Stimme die Besucher mit "Jeder Tag ist ein Geschenk", "Bajazzo" und weitern Songs. Die Musikgruppe Brummtopf (Leitung Wolfgang Penzel) in historischen Trachten mit Liedern aus dem 14. bis 19. Jahrhundert erfreute mit "Kein schöner Land", "Die Gedanken sind frei" und "Kein Feuer, keine Kohle". Nach der Pause erzählte Heinz-Ludwig Mehl die Story von der "Aale Bousicher Feuerwihr". Bürgermeisterin Ortmann war in der "Dialektschule" der Wollspinngruppe des Heimatvereins zu Gast und legte bei Helmut Failing die Zwischenprüfung in Mundart mit Bravour ab, um sich als Rathauschefin auch auf Platt verständigen zu können. Dafür gab’s ein Zertifikat. Helmut Scharnagel spielte dazu auf der Drehorgel.

"Brummtopf" erfreute im zweiten Teil mit weihnachtlichen Weisen wie "Herbei oh ihr Gläubigen" und "In der Weihnachtsbäckerei". Dann brachten Inge Mohr als Mutter, Marie Reinhardt als Tochter sowie die Frankfurter Ärztin Dr. Gloria van Tassel (Jutta Failing), die "Zeitreise 1911" auf die Bühne. Van Tassel als resolute Frau von Welt, die mit dem Rad nach Rodheim gekommen war, war dort ihr "Velociped" abhandengekommen. Die Kirmesburschen hatten es im "Dunghaufen" vergraben…

Den Schlusspart bestritt der Gehard Fay mit einem bunten Strauß Weihnachtslieder, darunter die "Christrose", "Weihnachten wie’s früher war" und das "Ave Maria". Der traditionelle Eierpfannkuchen mundete.

Die Texte der Theaterszenen mit kreativ-historischem Bezug stammten wiederum aus der spitzen Feder von Helmut Failing, die "Zeitreise 1911" kreierte Dr. Jutta Failing. Der Singende Postbote, begleitet von Hort Schepp, und die Besucher sangen zum Schluss gemeinsam "Oh, du fröhliche" und stimmten sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Damit klang die "Lange Nacht2 stimmungsvoll aus. Helmut Failing dankte allen Akteuren vor und hinter der Bühne für ihren Einsatz und Eberhard "Ebbo" Günther und Team für die Tontechnik. WS

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