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Hilfsbereitschaft weiter hoch

  • VonConstantin Hoppe
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Die Hilfe aus dem Landkreis Gießen für die Menschen, über die am 14. Juli eine verheerende Flutkatastrophe hereinbrach, reißt nicht ab. Beispiele ungebrochener Solidarität aus Langgöns und Linden.

Während Petra Ratcliffe berichtet, merkt man ihr an, dass die Ereignisse der vergangenen Monate sie nachhaltig beeinflusst haben. Die Teamleiterin im Briefzentrum der Deutschen Post in Lang-Göns war unmittelbar nach der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli diesen Jahres ins Ahrtal gereist.

»Mein Bruder lebt dort und rief mich am Tag danach an. Ich sollte kommen und helfen«, erzählte Ratcliffe am Freitagnachmittag am Sitz des Briefzentrums. Dabei wurden nicht nur die vielfältigen Hilfeleistungen der engagierten Frau und ihrer Kollegen in vergangenen Wochen und Monate präsentiert. Sondern vielmehr eines versprochen. »Wir helfen weiter.«

Für Ratcliffe hat die Katastrophe mittlerweile einen sehr persönlichen Charakter entwickelt. Auch weil sie inzwischen auch zu anderen Menschen im Ahrtal enge Kontakte geknüpft hat. Besonders zur 81-jährigen Maria, der Nachbarin ihres Bruders: »Sie hat alles verloren und war ganz alleine«, erzählt die Helferin. Mittlerweile ist die Seniorin gewissermaßen Teil in Ratcliffes Familie aufgenommen worden. Und immer, wenn sie ins Ahrtal fährt, hat sie etwas für die alte Dame im Gepäck.

Wie die Teamleitern haben sich bereits etliche Mitarbeiter des Briefzentrums auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht, um vor Ort anzupacken. Andere haben sich eingebracht, indem sie etwa dringend benötigte Sachen besorgten - die Mitarbeiter wie die Niederlassung Lang-Göns halfen und helfen auch weiterhin.

Besonders da der Winter und Weihnachten vor der Tür stehen. Deshalb ist es allen Kollegen ein Anliegen, dass die Menschen im Ahrtal und ihre Situation nicht in Vergessenheit geraten. »Sie brauchen noch lange die Hilfe von uns allen.«

Ratcliffe hatte die Solidaritätsaktionen mit ihrer Chefin Vera Guderian, Leiterin der Postniederlassung Langgöns, abgesprochen und das »Okay« erhalten. Mehr noch: Guderian stellte die Helfer nicht nur vom Dienst frei, sondern auch Fahrzeuge sowie einen Geldbetrag zur Verfügung, mit dem dringend benötigte Dinge, Hygieneartikel und anderes mehr, gekauft werden konnten.

Natürlich erleichterte die bestehende Logistik des Briefzentrums das Projekt. Vera Guderian am Freitag: »Wir haben aus den gesamten Zustellposten der Umgebung die Spenden hier vor Ort gesammelt und dann weitergeleitet.« Jede Abteilung , und jeder Mitarbeiter habe sich beteiligt, unterstrich die Leiterin des Briefzentrums am Ende. Das zeichne die Niederlassung Lang-Göns aus.

Geldspende und 18 Fahrräder

Aber nicht nur auf freiwilliger Basis der Kollegen hilft der »Gelbe Riese«. Die Feldpost - normalerweise für die Zustellung der Sendungen an Soldaten im Einsatz zuständig - war im Katastrophengebiet, um eine provisorische Infrastruktur aufzubauen und so etwa den Kontakt mit den Versicherungen zu gewährleisten.

Während in Langgöns die Hilfeleistungen der vergangenen Wochen und Monate präsentiert wurden, machte sich im benachbarten Linden ein weiterer Hilfstransport auf den Weg ins Ahrtal. Die Stadt hatte zu einer Spendensammlung aufgerufen, bei der rund 10 500 Euro zusammenkamen. Die Summe händigte Bürgermeister Jörg König noch am Freitag vor Ort den für die Spende ausgewählten Familien aus.

Daneben überbrachte er gemeinsam mit Rico Merker von den Johannitern weitere Sachspenden, die in Linden von der Gruppe »Wir tun was Linden« gesammelt worden waren. Dazu noch 18 Fahrräder, die die »Fahrradwerkstatt Linden« auf Vordermann gebracht hatte.

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