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Aufs Neue studiert die Musikschule in Kooperation mit der Theo-Koch-Schule Grünberg ein Musical ein. (Archivfoto: tb)

Hilferuf an Grünbergs Stadtväter

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Grünberg (tb). Blickt man auf die 32-jährige Geschichte der Musik- und Kunstschule Grünberg e.V. (MuKS), so gibt es zwei Konstanten: Geld- und Raumnot. Zumindest in jüngerer Zeit. Dass zuweilen das eine das andere bedingt, zeigt sich erst dieser Tage wieder: Aufgrund der noch bis Juli 2020 währenden Sanierung der Grundschule fehlen Räume. Um den Mangel zu beheben, möchte der Verein ein weiteres Stockwerk seines Domizils in der Alsfelder Straße mieten. Kosten per annum: 7800 Euro. Dafür fehlt das Geld. Der Verein hat nun einen Hilferuf an die Stadt gesandt.

Ein erster Teilerfolg ist zu verbuchen, hat doch der Magistrat eine erhöhte Vereinsförderung beschlossen. Sofern das Stadtparlament dem folgen sollte, würde die Verwaltung - wie erstmals 2019 - auch im kommenden Jahr 6000 Euro überweisen. Immerhin eine Verdopplung gegenüber den zuvor üblichen 3000 Euro. Bliebe also nurmehr eine relativ kleine Finanzierungslücke.

Wie andere musiktreibende Vereine hofft MuKS übrigens auf die Fertigstellung des Kindergartens in der ehemaligen AWO-Freizeitstätte. Dann nämlich würde das alte THW-Gebäude, bisher als Ausweich-Kita genutzt, frei und zum langersehnten "Haus der Musik". Bürgermeister Frank Ide: "Dann ist das mit dem hohen Zuschuss erledigt."

Alleinstellungsmerkmal

Bernd Niesner als Leiter der Schule und Klaus Lenhart als Vorsitzender des Vereins nennen in ihrer "Petition" neben der Causa "Grundschule" weitere Gründe für ihren Antrag. Der erhöhte Raumbedarf rührt danach auch daher, dass die Schülerzahl inzwischen auf 734 Kinder gestiegen sei. Weiter: Der größte Anteil des Unterrichts finde an der TKS statt, im Haus M und im Keller ("Schlagzeugraum"). Auch 2019/2020 plane man eine Musicalaufführung in Kooperation mit der Gesamtschule, diesmal "In 80 Tagen um die Welt". Dank erneut bewilligter Bundesmittel sei der Unterricht wieder kostenfrei. Da aber das Musical im Haus M einstudiert werde, fehlten diese Räume für alle jene Schüler, die andere Angebote und zudem gegen Gebühr wahrnähmen. In Anbetracht der skizzierten Raumnot, aber auch da die MuKS von 2018 bis 2020 insgesamt 155 000 Euro an Fördergeldern für kostenfreie Bildungsangebote junger Menschen nach Grünberg geholt habe, bitte man um den Mietzuschuss. Zugute käme die dann mögliche Nutzung weiterer Räume in der Alsfelder Straße auch jenen Eltern, die am Nachmittag nicht ihre Kinder in die Waldschule bringen könnten, den Unterricht in der Stadt wünschten. Schließlich: Offene Kurse der musikalischen Früherziehung würden nachgefragt, seien aber aufgrund des Platzmangels bisher nicht drin. Bei erweiterten Räumen in der Innenstadt wären auch ein Einzel- und Gruppenunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene möglich. Die Stadt, so Niesners und Lenharts grundsätzlicher Appell, möge bedenken, dass die MuKS eine öffentliche Einrichtung sei. Gegenüber den meist privaten Schulen komme ihr daher ein "Alleinstellungsmerkmal" zu.

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