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Hilfe für die Menschen in Mubende

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Gießen (so). Seit Dezember 2020 besteht zwischen dem Landkreis Gießen und der ugandischen Stadt Mubende eine Partnerschaft in Sachen Klimaschutz. Welche Früchte dies trägt, das berichtete der Bürgermeister von Mubende, Innocent Bakulukgelo Ssekiziyivu, jüngst im Sozialausschuss des Gießener Kreistages. Zusammen mit drei weiteren Mitarbeitern ist er derzeit zu Gast in der Region.

Eine Delegation um Landrätin Anita Schneider wird Mubende im Juli besuchen.

Die Stadt, 155 Kilometer westlich von Ugandas Hauptstadt Kampala gelegen, ist ein großer Umschlagplatz für Agrargüter. Zu den rund 130 000 Einwohnern in den 85 Ortsteilen kommt nochmals etwa die gleiche Zahl an beruflichen Einpendlern. Mubende und die gesamte Region leiden unter anhaltender Trockenheit; besonders für die Landwirtschaft sind die Folgen des Klimawandels bedrohlich.

»Klimaschutz wird dort als Notwendigkeit zum Überleben gesehen«, hatte Dr. Manfred Felske-Zech, der Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus und Klimaschutz im Kreis Gießen, bei der Vorstellung der Klimaschutz-Partnerschaft dargelegt. Er ist Ansprechpartner für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Mubende. Im Klimaschutz gilt Mubende schon jetzt als Ugandas Vorzeigekommune. Die Zusammenarbeit mit dem Kreis Gießen hat folgende Ziele abgesteckt: Klimafolgenanpassung, Treibhausgasreduzierung, Müllvermeidung sowie stoffliche und energetische Abfallverwertung. Konkret wird daran gearbeitet, Holz und Holzkohle, bis heute einer der großen Energieträger in Uganda, durch umweltschonende Alternativen abzulösen und bei den Folgen gegenzusteuern, etwa durch Baumpflanzaktionen.

So sind der Bau einer genossenschaftlich betriebenen Biogasanlage, der Umstieg auf Biogas zum Kochen, die Einführung von Mehrwegverpackungen und der Einbau von Solarlampen ins Auge gefasst worden. Nicht zuletzt wird Klimaschutz in Mubende in der Schule vermittelt.

Corona-Hilfe

Weitere Felder der Zusammenarbeit könnten Abfall- und Ressourcenmanagement, nachhaltige Landwirtschaft, Gesundheitsmanagement oder Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sein. Ein entsprechendes Programm soll bei der Reise der hiesigen Delegation nach Uganda Ende Juli unterzeichnet werden.

Ein weiterer Bereich, bei dem die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr gut funktioniert hat, ist die Covid-19-Soforthilfe: Dafür hatte der Landkreis Gießen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 41 000 Euro Fördergeld eingeworben.

Das Geld floss in die Schulung von Multiplikatoren in Sachen Hygiene, Testen und Impfen. In Mubende haben mittlerweile 69 Prozent der Bürger ihre erste Impfung erhalten, 23 Prozent sind vollständig geimpft. Bei der Umsetzung stand die Gießener Kreisverwaltung der Partnerkommune beratend zur Seite.

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