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Beate V. seufzt: "Ich würde so gerne ein letztes Mal ans Meer."

Spendenaufruf

Hilfe für Beate V. aus Heuchelheim: Sie braucht auch Geld für ihre Beerdigung

Vor zwei Jahren wurde bei Beate V. ein seltener Tumor im Hals entdeckt. Wie lange sie noch zu leben hat, weiß die 47-Jährige nicht, doch arbeiten wird sie nicht mehr können. Das Geld für sie und ihren Sohn ist knapp..

Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen, doch das von manchen ist einfach größer als das von anderen. Beate V. aus Heuchelheim, die ihren vollen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat mit einigen Problemen zu kämpfen - und das schon seit langer Zeit. "Die Schicksalsschläge ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben", sagt die 47-Jährige, "eigentlich hatte ich noch nie ein unbeschwertes Leben".

Nur am Rande erwähnt Beate V., dass sie ihre Kindheit zwischen Heimen und Pflegefamilien verbracht hat. Als 14-Jährige musste sie mit ansehen, wie ihr Pflegevater seine Frau erschlug, danach lebte sie eine Zeit lang auf der Straße. Die Heuchelheimerin hatte bereits drei Fehlgeburten erlitten, als Ärzte bei ihr Gebärmutterhalskrebs diagnostizierten. Bevor ihr die Gebärmutter entfernt wurde, brachte sie noch einen Sohn zur Welt. Den heute 15-Jährigen zog sie allein auf. Aktuell lebt er bei seinem Vater - aus einem einfachen Grund: "Er muss sich daran gewöhnen, wie es ist, wenn ich nicht mehr da bin", sagt Beate V. mit stockender Stimme. "Ich weiß nicht, wie lange ich noch lebe."

Krebspatietin aus Heuchelheim: Alles fing ganz harmlos mit einem Kribbeln an

Es fing alles ganz harmlos an. Mit einem leichten Taubheitsgefühl in Armen und Beinen. "Morgen wird es besser", redete sie sich regelmäßig ein. Aus Tagen wurden Monate und aus einem leichten Kribbeln letztlich starke Schmerzen. "Ich bin nicht der Typ, der wegen jedem Bisschen gleich zum Arzt geht", sagt Beate V. Für einen Moment wird sie still. "Jetzt frage ich mich jeden Tag, was gewesen wäre, wenn ich einfach etwas eher gegangen wäre."

Aus Angst, arbeitslos zu werden, arbeitete Beate monatelang unter Schmerzen weiter in ihrem Job als Altenpflegerin. Erst, als offensichtlich war, dass sie nicht mehr richtig gehen konnte, ging sie zum Arzt. "Damals stand zuerst der Verdacht auf Multiple Sklerose im Raum", sagt sie. Doch dann sei es schlimmer gekommen.

Beate V. aus Heuchelheim: Sie benötigt dringen wichtige Anschaffungen

In ihrem Hals wurde ein bösartiger Tumor entdeckt, der bereits in Wirbelsäule und Bauchspeicheldrüse gestreut hatte. Inoperabel, habe die Diagnose gelautet. Keine Chance auf Heilung. Das war vor zwei Jahren, am 29. April 2018. Beate V. kann sich noch genau an dieses Datum erinnern. Es war der Tag, der ihr Leben auf den Kopf stellte.

"Seit zwei Jahren ist Ruhe", sagt Beate V., "es ist nicht schlimmer, aber auch nicht besser geworden." Bei ihrem Tumor handle es sich um einen neuroendokrinen. Eine seltene Art, die in ihrem Fall sehr langsam wachse. "Glück im Unglück", sagt sie. Was dennoch an den Nerven zerre, sei die Ungewissheit. "Ich kann noch weitere zwei Jahre leben oder in zwei Monaten bereits tot sein." Dieser Zustand macht es ihr schwer, zur Ruhe zu kommen. "Eigentlich sollte ich umziehen", beginnt sie. Beate V. spricht es nicht aus, aber es scheint, als ringe sie mit den Worten: "Ich weiß nicht, ob es sich noch lohnt."

Krebspatientin aus Heuchelheim: Eine Organisation aus Bayern hilf

In eine neue Wohnung müsste die Heuchelheimerin, weil sie in ihrer aktuellen die Treppen kaum mehr gehen kann. Auch ihr Bad müsste umgebaut werden und eigentlich bräuchte sie ein richtiges Pflegebett. "Mein aktuelles ist zu niedrig", sagt sie, "deshalb schlafe ich auf der Couch". Die benötigten Anschaffungen sind jedoch nicht ohne Weiteres möglich. Weil die Heuchelheimerin nicht mehr arbeiten gehen kann, fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Derzeit lebe sie von einer Rente in Höhe von 785 Euro plus Pflegegeld. Nicht einmal einen neuen und funktionstüchtigen Herd könne sie sich davon leisten.

Auf der Suche nach finanzieller Hilfe stieß sie im Internet auf die Familienkrebshilfe Sonnenherz. Eine gemeinnützige Organisation aus Bayern, die 2017 aus einer Nachbarschaftshilfe entstand. "Ich dachte eigentlich, das wäre so etwas wie der Härtefonds der Deutschen Krebshilfe", sagt die 47-Jährige, "Geld, das man eben beantragen kann". Wie sich dann herausstellte, unterstützt Sonnenherz rein mit Spendengeldern. Für die 47-Jährige kein leichter Schritt. "Ich bin mein ganzes Leben lang arbeiten gegangen", sagt sie. Jetzt bei anderen um Geld zu bitten, fällt ihr schwer. "Die Leute sollen nicht denken, dass ich bettle."

Beate V aus Heuchelheim: Sie will nicht betteln

Aussagen wie diese kennt Christian Neumeir, Gründer und Geschäftsführer von Sonnenherz, nur zu gut. Darum verfolgte er von Anfang an ein besonderes Konzept. Gemeinsam mit seinem Team veranstaltet er regelmäßig Feste für Familien, die durch Krebs in eine finanzielle Notlage geraten sind. Diese finden vor Ort statt und finanzieren sich durch Sach-, Essens- und auch Geldspenden regionaler Unternehmen. Der Erlös dabei geht komplett an die Familien.

Weil dieses Vorgehen in der aktuellen Situation nicht möglich ist, koordiniert sein Team nun Spendenkonten. "Die Menschen sollen sich nicht alleingelassen fühlen", sagt Neumeir. Trotz anfänglicher Skepsis ist Beate V. unendlich dankbar für dieses Engagement. Für das Geld, das zusammenkommen könnte, hat sie schon eine Verwendung: eine angemessene Beerdigung. "Es gibt niemanden, der das übernehmen könnte", sagt sie.

Darüber hinaus hat Beate V. noch einen lang gehegten Wunsch, den sie eigentlich schon aufgegeben hat: verreisen. Die aktuelle Pandemie ist ohnehin schon heikel für die Krebspatientin, doch die Zeit, die ihr noch bleibt, hatte sie sich so nicht vorgestellt. Ohne Sohn und einem Leben zwischen Wohnung und Wartezimmern. Beate V. seufzt: "Ich würde so gerne ein letztes Mal ans Meer."

Info: Hilfe für Beate V. - Spendenkonto

Die gemeinnützige Organisation Familienkrebshilfe Sonnenherz wurde 2017 von Christian Neumeir gegründet. Damals ist in seiner Nachbarschaft eine Dreijährige an Leukämie erkrankt. Der Initiator wollte es der Familie in den scheinbar letzten Wochen und Monaten ermöglichen, beisammen zu sein, und gründete die Krebshilfe. 

So entstand auch das Konzept, lokal bei den Familien Feste zu veranstalten. Das Mädchen ist inzwischen wieder genesen und die Familie führt ein normales Leben.

Aufgrund der aktuellen Situation musste das Team der Organisation seine Unterstützung anpassen und bittet nun um Spenden für die Krebspatienten. So auch für Beate V. aus Heuchelheim.

Diese können über folgendes Konto erfolgen: Familienkrebshilfe Sonnenherz gUG, IBAN: DE82700222000020267984, BIC: FDDODEMMXXX, Fidorbank München, Verwendungszweck: "Helft Beate".Weitere Informationen unter www.fkh-sonnenherz.de.

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