Hilfe aus napoleonischer Zeit

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Gießen (pm). Sport und Napoleon sind zwei Welten, und doch profitiert die eine von der anderen. Einer über 200 Jahre alten Stiftung, ursprünglich als »Fonds für Findel- und verlassene Kinder der Provinz Rheinhessen« gedacht, ist es zu verdanken, dass heimische Sportvereine auch in diesem Jahr wieder unterstützt werden können.

Aus Mitteln der »Stiftung für die Deutsche Jugend« werden Gelder für den Kauf von Sport- und Trainingsgeräten wie Bälle, Netze und Trikots bereit- gestellt, für die es keine sonstigen öffentlichen Zuwendungen gibt. Dem Regierungspräsidium Gießen stehen hierfür in diesem Jahr rund 1350 Euro zur Verfügung. Die Vereine können sich ab jetzt bewerben - auch wenn der reguläre Sportbetrieb wegen der Corona-Pandemie noch nicht wieder möglich ist.

Doch was hat die finanzielle Unterstützung mit Kaiser Napoleon I. zu tun? Wie im Stiftungszweck vorgegeben, können im Regierungsbezirk nur Anträge aus den Landkreisen Vogelsberg und Gießen berücksichtigt werden.

Dekret von 1811

Doch auch hier gibt es ein paar Ausnahmen. Ein napoleonisches Dekret aus dem Jahre 1811 begrenzt die Stiftung nämlich auf das frühere Großherzogtum Hessen-Darmstadt einschließlich Starkenburg und Oberhessen. Deshalb können die Stiftungsmittel ausschließlich im Landkreis Gießen mit Ausnahme von Wettenberg, Biebertal, Lollar-Salzböden und Lollar-Odenhausen sowie im Vogelsbergkreis vergeben werden.

Vereine und Initiativen, die sich in der Jugendarbeit engagieren, können Anträge auf Zuwendungen bis Freitag, 30. April, formlos beim Regierungspräsidium Gießen per Post (an Mareike Schmidt, Landgraf-Philipp-Platz 1--7, 35390 Gießen) oder aber per E-Mail (oeffentlichkeitsarbeit@rpgi.hessen.de) einreichen. Neben dem Verwendungszweck sollten dabei kurze Angaben über den Verein mit der Zahl der Aktiven und dem Anteil an Jugendlichen sowie Art und Umfang der Jugendarbeit genannt werden. Dazu gehört noch eine Zusicherung, dass für die geplante Beschaffung kein Zuschuss anderer öffentlicher Stellen erfolgt. Für weitere Informationen steht Mareike Schmidt unter der Telefonnummer 06 41/30 3-21 05 zur Verfügung.

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