Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir lässt sich bei Schunk gemeinsam mit anderen Gästen das Herstellen von innovativen Werkstoffen erläutern.
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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir lässt sich bei Schunk gemeinsam mit anderen Gästen das Herstellen von innovativen Werkstoffen erläutern.

Innovationswoche

Kreis Gießen: Neues spezielles Schunk-Gebäude für Hightech eröffnet

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Mit zwei Innovationszentren stärkt Schunk die heimischen Standorte. Bei der Eröffnung des ersten Hightech-Zentrums am Stammsitz in Heuchelheim (Kreis Gießen) war Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir zugegen. Er nannte den Konzern »einen wichtigen Teil der hessischen Industrie«.

Heuchelheim – Auf den ersten Blick von außen mutet die große Halle an wie jede andere Produktionshalle von Schunk am Heuchelheimer Windhof auch. Doch sie hat es in sich: Rund 20 Millionen Euro hat Schunk investiert, um den Entwicklern dort feinste Technik und modernste Bedingungen zu bieten. Diese arbeiten dort an Werkstoffen der Zukunft und können deren industrielle Produktion vorbereiten.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren erfolgte der Spatenstich für das Innovationszentrum für Kohlenstofftechnologie unter dem Titel »Material excellence« am Schunk-Stammsitz in Heuchelheim. Gestern wurde das Hightech-Haus im Beisein von Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir eröffnet.

3330 Quadratmeter für Forschung und Entwicklung im Kreis Gießen

Auf 3330 Quadratmetern Fläche ist Raum für Forschung und Entwicklung. Zudem dient die Halle der Pilotfertigung von neuen Produkten. In der Halle haben die Ingenieure und Spezialisten sämtliche Entwicklungs- und Fertigungsverfahren zur Verfügung und müssen nicht mehr auf bestehende Produktionsmaschinen zurückgreifen.

»Unsere Ideenschmiede, in der wir neue Hightech-Werkstoffe entwickeln und in die industrielle Produktion überführen«, nennt Dr. Ulrich von Hülsen von der Unternehmensleitung das Innovationszentrum. Noch in diesem Jahr soll dort beispielsweise eine Fertigungslinie für graphitische Bipolarplatten entstehen. Solche Platten sind das Herzstück von Brennstoffzellen und speziellen, sogenannten Redox-Flow-Batterien. Sie ermöglichen das direkte Gewinnen von Strom aus Wasserstoff.

Hightech im Kreis Gießen: Endlosfasern und Multimaterial-Keramiken aus dem Drucker

Schon jetzt werden in der Halle unter dem Produktnamen »Durafox« Faserverbund-Werkstoffe aus Aluminium-Oxid hergestellt - Material von extremer Stabilität, das auch extreme Temperaturwechsel sowie Temperaturen bis 1100 Grad aushält. Ein weiterer Baustein ist das 3D-Druckzentrum zur Entwicklung neuer Materialien. Das Ziel: Endlosfasern und Multimaterial-Keramiken aus dem Drucker mit jeweils spezifischen Eigenschaften - ganz so, wie es die Kunden benötigen.

»Wir brauchen Unternehmen, die bereit sind, in die Zukunft zu investieren - und dafür tun Sie etwas«, freute sich Al-Wazir über das Engagement. Er lobte Schunk als innovativ, zukunftsorientiert und zugleich sozial engagiert - ganz in der Tradition von Gründer Ludwig Schunk. Der Konzern sei ein wichtiger Teil der hessischen Industrie.

Hightech im Kreis Gießen: Innovationswoche bei Schunk

Der Bau ist modular angelegt, sodass eine flexible Nutzung möglich ist, weil je nach Bedarf schnell innerhalb des Gebäudes umgebaut werden kann. Die gestrige Einweihung war der Startschuss für eine sogenannte Innovationswoche. An deren Ende steht am kommenden Mittwoch die Einweihung eines weiteren Innovationszentrums, dann am Standort der Schunk-Tochter Weiss in Lindenstruth.

Mit den beiden Zentren wolle das weltweit tätige Unternehmen die Bedeutung seiner heimischen Standorte einmal mehr unterstreichen. Allein in Hessen hat Schunk in den vergangenen fünf Jahren rund 220 Millionen Euro investiert und unterm Strich 340 neue Arbeitsplätze geschaffen, sagte Dr. Arno Roth, Vorsitzender der Unternehmensleitung.

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