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Andreas Heuser erläutert seine Vorstellungen von weiteren Entwicklungen am Krofdorfer »Ölberg«.

Heuser will Präsenz zeigen

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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In den vergangenen Monaten liefen die Wahlkampfaktivitäten von Andreas Heuser weitgehend übers Netz. Jetzt setzt der CDU-Bürgermeisterkandidat in Wettenberg auf Präsenz, den direkten Dialog mit den Menschen. Bei einem Ortsrundgang im Krofdorfer Norden kam ein Dutzend Interessierte.

Die Schunk-Gruppe hat in den vergangenen Monaten begonnen, sich im Krofdorfer Norden um Land zu bemühen. Von der Kirchengemeinde wurden Flächen hinter dem seit Jahrzehnten bestehenden Industriebetrieb angekauft, andere standen oder stehen infrage. Der Weltkonzern vom Heuchelheimer Windhof schaut sich immer wieder nach Erweiterungsflächen um - an allen seinen Standorten. Entschieden ist in Wettenberg über die Flächen noch nichts. Andreas Heuser macht es zum Thema. Am Sonntag hatte der Bürgermeisterkandidat der CDU zur »Wanderung« in den Krofdorfer Norden eingeladen.

Vor rund einem Dutzend interessierter Krofdorfer und Gleiberger sprach er die Zukunft der Gewerbebetriebe an. Schunk und die anderen Unternehmen, die nach Westen zu am Ölberg situiert sind. Da geht es nicht nur um die Frage künftiger Erweiterungen von Gewerbe und Industrie sowie um etwaige Wohnviertel. Da geht es vor allem um die Verkehrssituation.

»Eine Mammutaufgabe«, unterstreicht Heuser mehrfach, denn aller Verkehr in den Krofdorfer Norden rollt über die Wetzlarer Straße und die Hauptstraße. Und wenn noch mehr Unternehmen in den Norden ziehen? Da stellt sich perspektivisch die Frage, ob es eine Möglichkeit gäbe, den Verkehr nach Westen hin, nördlich des Krofdorfer Freibades, zur Umgehung über das Fohnbachtal hinweg »abzuziehen«. Eine nicht ganz neue Idee.

Wobei die Bürger dem CDU-Kandidaten auch darlegten, dass mit weiterer Besiedlung im Norden zugleich weitere Probleme befürchtet werden. Dass eben die Grenzen der Kanalisation erreicht werden können. Dass mit weiterer Versiegelung von Flächen im Norden weniger Land zum Versickern von Regenwasser außerhalb des Orts zur Verfügung steht. Wasser, das dann womöglich ins Dorf strömen könnte.

Andreas Heuser nahm die Informationen mit. Und sagt: »Gerade was die Wasserwirtschaft angeht, da müssen wir uns ganz ökologisch verhalten«. Er hatte schon eingangs der Wanderung dargelegt: »Wir müssen sehr darauf hören, was die Bürger uns sagen«. Er bekennt, kein Freund von weiterem »wilden Bauen« zu sein. Auch wenn er darum weiß, dass es gerade für junge Familien schwierig ist, in den Wettenberg-Dörfern erschwinglichen Wohnraum zu erwerben.

Da denkt der Christdemokrat über neue Wege nach: Womöglich müsse eben die Gemeinde initiativ werden, müsse selbst auf den Markt kommende Wohnimmobilien kaufen und für bezahlbares Wohnen wieder auf den Markt bringen. Gegebenenfalls auch für generationsübergreifende Projekte. Ein eher außergewöhnlicher regulatorischer Ansatz für einen Christdemokraten. Aber ihm ist es wichtig, dass die Menschen aller Generationen im Dorf bleiben und die Ränder nicht unbedingt weiter »ausfransen«. »Senioren müssen in die Mitte, damit sie teilhaben können am Leben im Ort«, postuliert er. Und verweist dabei auf das Senioren- und Pflegeheim auf dem Areal der früheren Gaststätte Moos.

Weiteres Thema des Ortsrundgangs: die Verkehrssituation in Krofdorf. Da plädiert Heuser für »Verkehrsleitsysteme«. Nicht nur mit Blick auf den Lkw- und Mitarbeiter-Verkehr in dem Krofdorfer Norden, sondern auch auf die Kinzenbacher Straße. Denn noch immer nehmen Autofahrer aus den Biebertal-Dörfern oder dem Hinterland die Abfahrt an der »Aral«, fahren durch Krofdorf und dann über die Kinzenbacher Straße auf die Umgehung. Das müsse, so Heuser, anders - besser - gelenkt werden.

Bereits am Ausgangspunkt des Rundgangs, dem Sportplatz, wurde der dort gebaute Telekommunikations-Mast angesprochen. Klar ist auch Heuser: Ein jeder will mit dem Handy telefonieren. Die dafür nötige Infrastruktur muss irgendwo hin. Was ihm allerdings gefehlt hat, das ist die Kommunikation über die Entscheidung vorab: »Da muss man reden, die Menschen mitnehmen und gemeinsam überlegen und planen, auch bei unpopulären Entscheidungen«.

Die Ortsbegehungen will Andreas Heuser in den kommenden Wochen fortsetzen, auch in Launsbach und Wißmar.

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