Zukunftsorientierte Lösung

Heuchelheim(jeh). Zum Thema "Wasserstoff - ein wichtiges Element der Energiewende", sprach soeben Calum McConnell, Vorstandsmitglied der hessischen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative auf Einladung von HENEF in Heuchelheim. "Wir können schon etwas tun, um das CO2 deutlich über alle energetisch relevanten Sektoren, im Verkehr sowie in den Strom- und Wärmemärkten zu reduzieren", führte der Referent ein und ergänzte: "Gefragt sind erneuerbare Energien in Verbindung mit Langzeit-Speichern, um die natürlichen Schwankungen (Volatilität) auszugleichen. Mal haben wir zu viel davon, mal eine Windflaute, eine Sonnenpause oder beides, die sogenannte Dunkelflaute." Zuvor hatte Jürgen Engelhardt vom HENEF 130 Besucher begrüßt, darunter den 3000. Besucher der Vortragsreihe, dem er ein Geschenk überreichte.

McConnell zeigte eine zukunftsorientierte Lösung auf: "Mit Elektrolysegeräten, die Wasser in seine zwei Bestandteile trennen, lässt sich mit einem hohen Wirkungsgrad der gesuchte Wasserstoff (H2) als chemische Energie gewinnen." Dieser wird anschließend unter hohem Druck in Tanks gefüllt und gespeichert. Der Referent machte deutlich, dass Wasserstoff ebenfalls ein wichtiger Rohstoff sei, der in vielen chemischen, pharmazeutischen und medizinischen Verfahren und Produkten benötigt werde. Weiterhin sei er ein Nebenprodukt, das in der chemischen Industrie in beachtlichen, jedoch nicht ausreichenden Mengen anfalle. Der gewonnene Wasserstoff lasse sich auch in das bestehende Gasnetz einspeisen, trage so zur eigenen Versorgung bei und lasse sich damit langfristig speichern. Zudem können künstliche Kraftstoffe aus H2 hergestellt werden. Beide Varianten ermöglichten eine langfristige Speicherung.

Sehr interessant sei die Eigenschaft, den Wasserstoff oder "Power-to-Gas" in großen Energiemengen bis in den Bereich von Terawattstunden als auch über längere Zeit zu speichern. Sofern man künstliche Kraftstoffe erzeuge, erhöhe sich darüber hinaus sowohl die Energiemenge als auch die Speicherungszeit erheblich. Zum schnellen Vergleich: Wasserstoff hat einen etwa drei- bis vierfachen Energieinhalt pro Kilogramm verglichen mit Diesel oder Benzin. Elektrische Batterien lägen in der zu speichernden Energiemenge als auch der Speicherzeit deutlich unter der von Wasserstoff. Daraus könne man ableiten, so McConnell, dass die Wasserstoffwirtschaft neben der Batteriespeicherung zukünftig einen wichtigen Beitrag leisten wird und beide Anwendungsfelder ihre Berechtigung haben.

Auf der Erzeugerseite sollten bevorzugt die Spitzen von regenerativem Strom aus Fotovoltaik- oder Windkraftanlagen verwendet werden, damit dieser in großen Mengen anfallende Strom nicht abgeregelt oder gar verschenkt werden müsse - eine heute gängige Praxis. Der Wasserstoffantrieb in der Mobilität eigne sich am ehesten für größere Objekte, die sich über längere Strecken bewegen und die im Bereich von Minuten betankt werden müssten. Dazu zählen Busse, Lkw und Nahverkehrszüge. Diese benötigten zwischen 30 und 180 Kilogramm Wasserstoff pro Tag, der durch Elektrolyseure bereitgestellt werden müsse.

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