Der Mitteltrakt der "Rappelkiste" wird bis auf die Grundmauern entkernt und in den Wiederaufbau einbezogen. FOTO: SE
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Der Mitteltrakt der "Rappelkiste" wird bis auf die Grundmauern entkernt und in den Wiederaufbau einbezogen. FOTO: SE

Zügiger Wiederaufbau

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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Heuchelheim(se). Grünes Licht für den Wiederaufbau der Kindertagesstätte "Rappelkiste". Die Heuchelheimer Gemeindevertreter haben sich am Dienstagabend einstimmig (bei drei Enthaltungen) dafür ausgesprochen, die im Juni 2019 bei einem Feuer in weiten Teilen zerstörte Kita an derselben Stelle wieder aufzubauen.

Wie Bürgermeister Lars Burkhard Steinz berichtete, wird die Gemeinde von der Versicherung 2,65 Millionen Euro erhalten und der Wiederaufbau in dem geplanten Umfang rund 2,8 Millionen Euro kosten.

Die Planungen sehen einen sechsgruppigen Kindergarten in einem eingeschossigen Gebäude vor. Dabei wird der ausgebrannte Mittelteil bis auf die Grundmauern entkernt. Die Bauzeit beträgt laut Vorlage "bei schlichtem Wiederaufbau" weniger als ein Jahr. Dabei ist kein Architektenwettbewerb nötig, die Mehrkosten für die Gemeinde liegen nach Erhalt der Versicherungssumme bei rund 150 000 Euro.

Bürgermeister Steinz stellte weitere, von der Verwaltung erarbeitete, Varianten vor, die allerdings als zu teuer erachtet werden. So würde ein kompletter Neubau ca. 5,5 Millionen Euro kosten. Zudem wäre dann ein Architektenwettbewerb nötig, was alles in die Länge ziehen würde. Alternativ wurde geprüft, ob bestehende Einrichtungen nicht einfach aufgestockt werden können. Doch bei zwei Kindergärten sind die baulichen Möglichkeiten "ausgereizt".

Bedenken wegen der Kosten

Bedenken hinsichtlich der Kosten kamen aus nahezu allen Fraktionen. Auch der Bürgermeister wies darauf hin, dass derzeit die "Baupreise galoppieren". Martin W. Davies (SPD) nannte den Betrag von 3 oder 3,1 Millionen Euro als realistisch: "2,8 Millionen Euro sind viel zu wenig", Stephan Henrich (Grüne) nannte die Summe von 2,8 Millionen Euro "unrealistisch", und Gernot Buseck (KWI) bemühte einen Vergleich mit dem Berliner Flughafen, um darauf hinzuweisen, dass Kosten und vieles andere bei einer falschen Entscheidung aus dem Ruder laufen können.

Optimistisch zeigte sich Gerhard Becker (Freie Wähler) bei seiner Einschätzung, dass der Kindergarten bereits im nächsten Juli eingeweiht werden könnte.

Keine Mehrheit fand ein Änderungsantrag der Grünen zum Wiederaufbau der "Rappelkiste". Sie hatten vorgeschlagen, "mit Hilfe eines geeigneten Büros über ein ordnungsgemäßes Ausschreibungsverfahren eine erfahrene Baufirma als Generalübernehmer auszuwählen". Außerdem solle die Gemeindevertretung eine Kommission einberufen, die "den Auswahlprozess des Generalübernehmers begleiteten und dem Gemeindevorstand bei notwendigen Beschlüssen zur Seite stehen" soll. Auch das wurde abgelehnt.

Die "Rappelkiste" war Pfingsten 2019 durch fahrlässige Brandstiftung weitgehend zerstört worden. Zwei Jugendliche sind dafür vom Landgericht in Gießen zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.

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