+
Der Chor des Solmser Sängerbundes und "Thuringia Cantat" geben ein hochkarätiges Konzert zu "30 Jahre Mauerfall" in der Heuchelheimer Martinskirche.

Mix aus Ost und West

  • schließen

Heuchelheim (ws). Klangfülle, voller Sound, Rhythmus und Schwung: Ein einmaliges Klangerlebnis für die rund 400 Zuhörer bot das Konzert "30 Jahre Mauerfall" des Solmser Sängerbundes (SSB) und des Chores "Thuringia Cantat" des Chorverbandes Thüringen mit 130 Sängerinnen und Sängern in der Heuchelheimer Martinskirche. Unterstützt wurde der Projektchor von Solistinnen und Solisten der Hochschule für Musik und Kunst Weimar, der "String Company Erfurt" und des gemeinsamen Kinderchores. Die Gesamtleitung hatte Prof. André Schmidt (Hochschule für Musik und Kunst Weimar), der das Konzert mit seinem Team und SSB-Bundeschorleiter Kurt Stiem federführend während eines zweitägigen Workshops in den Räumen der Hessischen Sportjugend Wetzlar initiierte und vorbereitet hatte.

Schon zum Auftakt gab es für den stimmgewaltigen Klangkörper für "Irgendwo auf der Welt" (Werner Richard Heymann) bei bester Akustik des Gotteshauses großen Applaus. Der Vizepräsident des SSB, Felix Altenheimer, und Hausherrin, Pfarrerin Cornelia Weber, hießen die Besucher, darunter auch Bundes- und Landtagsabgeordnete aus Hessen und Thüringen sowie Vertreter des öffentlichen Lebens willkommen. Ein zauberhafter ausdruckstarker Klang erfüllte danach das Gotteshaus bei "Fairest Lord Jesus" (Derek Hakes).

Temperament und Präzision

Riesenapplaus gab es für das Spiritual "Go down Moses" (Roger Emerson), rhythmisch perfekt unter Band-Begleitung vorgetragen. Zusammen mit Solisten entführte der Chor mit Andres Lloyd Webbers "All I ask of you" in die Welt des amerikanischen Musicals.

Das Programm beinhaltete eine bunte Mischung aus mehrstimmigen deutschen und internationalen Chorsätzen sowie einen Mix aus ost- und westdeutschen Hits. "Can you feel the love tognight" von Elton John mit Band und Solist traf den Geschmack des Publikums. "Wer die Rose ehrt" (Satz André Schmidt) von der Ost-Rockband "Renft", die Berufsverbot in der DDR erhielt, fand besondere Beachtung. Tänzerisch-konzertant brachte der Chor "Du hast den Farbfilm vergessen" (Michael Heubach) auf die Bühne. Die Chorkleidung symbolisierte Regenbogenfarben als das Zeichen für Freiheit. Band und Chor zeigten Temperament, Schwung und Präzision beim Song von Holger Biege "Sagte mal ein Dichter". Auch der 40 Jahre alte Erfolgshit von Ute Freudenberg "Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt" begeisterte. Großen Applaus gab es für den Extra-Auftritt des Kinderchores, darunter der Song von Udo Lindenberg "Kommt wir ziehen in den Frieden" (Solist Klaus-Peter Wink).

Aus 130 Kehlen mit Band und Geiger erklang als herausragender Musikgenuss "Griechischer Wein" von Udo Jürgens. Zur Erinnerung an die Pogromnacht sang Frontfrau Marion Minkus mit der "String Company Erfurt" die jüdischen Lieder samt Chor im Hintergrund "Tsu der Name" (Lev Guzmann), "Oy Avram" (Bente Kahan) und Bei mir bistu shejn (Sholom Secunda) - alle Sätze von André Schmidt. "Ich hoffe, liebe Pfarrerin, Ihre Kirche verträgt den Jubel unserer Lieder", sagte André Schmidt zwischendurch. Ruhig und getragen schloss sich dann "Lullabye" von Billy Joel an.

Das durch Vielfalt bestechende konzertante Ereignis mit einer Glanzleistung des Projektchores, der Solisten und Musiker, klang - gepaart choreografisch bereichert - mit dem Chorsatz "Nach dem Konzert" (Wolfgang Ziegler) aus. Der lang anhaltende Applaus am Ende war kennzeichnend für ein unvergessliches Musikereignis mit freundschaftlichen Banden zwischen Ost und West.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare