Polizisten achten darauf, dass keine Menschenansammlungen entstehen, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus einzuschränken.
+
Polizisten achten darauf, dass keine Menschenansammlungen entstehen, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus einzuschränken.

"Grünberg ist eine Gespensterstadt"

Weitgehende Kontaktverbote im Kreis Gießen: Polizei und Ordnungsämter ziehen erste Bilanz - "Corona-Streife" in Heuchelheim

  • vonStefan Schaal
    schließen

Seit Montag gelten neue Regelungen zur Kontaktreduzierung auch im Kreisgebiet. Werden sie auch eingehalten?

So ruhig habe er Linden noch nie erlebt, sagt Bürgermeister Jörg König. Und tatsächlich, ungewöhnlich still ist es derzeit selbst an den Hauptverkehrsstraßen. Das seit Montag wegen der Ausbreitung des Coronavirus geltende Kontaktverbot, wonach sich nur noch zwei Personen zusammen im öffentlichen Raum aufhalten dürfen, greift - und wird weitgehend eingehalten, wie Bürgermeister und Vertreter von Ordnungsämtern im Kreis bestätigen.

"Grünberg ist an manchen Stellen eine Gespensterstadt geworden", sagt der Leiter des Ordnungsamts der Stadt, Gerhard Schildwächter. Am Marktplatz habe sich der Verkehr auf die Hälfte reduziert. "Die Angst der Menschen ist sichtbar", fasst er die ersten Tage des weitgehenden Kontaktverbots zusammen.

"Corona-Streife" in Heuchelheim

Auch beim Wochenmarkt hielten sich die Menschen ausnahmslos an die Abstandsregeln. "Da läuft niemand unüberlegt an den Ständen entlang." Ein Ordnungspolizist kontrolliere, ob die Regeln eingehalten werden. Verstöße habe dieser bisher nicht gemeldet.

In Heuchelheim ist unterdessen seit Mittwoch eine "Corona-Streife" im Einsatz, das Ordnungsamt beschäftigt zwei Kräfte in blauen Uniformen im Außendienst. "Sie sind ganz bewusst nicht auf Bußgeld aus", erklärt Bürgermeister Burkhard Steinz. "Es geht darum aufzuklären und auf Abstandsregeln hinzuweisen." Auch in Heuchelheim gebe es mit wenigen Ausnahmen keine Verstöße gegen das weitgehende Kontaktverbot zu berichten. In Kinzenbach habe sich oberhalb des Wasserhäuschens eine Gruppe zu zehnt getroffen, diese habe man auflösen müssen.

Auch in Linden sind keine Verstöße gemeldet worden. "Die Leute halten sich zum großen Teil an die Regeln", bestätigt Carsten Nowak vom Pohlheimer Ordnungsamt. Die vier ehrenamtlichen Polizeihelfer seien derzeit nicht im Einsatz, berichtet er. Als ältere Bürger gehören diese laut Nowak zur Risikogruppe und müssten im Dienst auch zu eng zusammenarbeiten.

Die Polizei bestätigt das weitgehende Einhalten der Regelungen. "Nur selten trafen wir auf Personen, die sich uneinsichtig verhielten und sich nicht an das Kontaktverbot hielten", berichtet Polizeisprecher Jörg Reinemer. Am Donnerstagnachmittag hätten sich in Gießen am Lahnufer sieben Personen geweigert, eine Gruppe aufzulösen. Gegen sie wurden Verfahren eingeleitet. Dies sei aber die Ausnahme. Die Polizei setze "auf einen kommunikativen Ansatz."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare