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"Dornröschen" lässt die Kinder staunen: Ilka Schwalm (hinten, l.) und Regine Jiskra singen und spielen das beliebte Märchen. FOTO: SE

Wie im vorigen Jahrhundert

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Heuchelheim(se). Kaufläden, ein Kasperletheater, alte Schultafeln, Puppen und noch viele weitere "Schätze" üben auf so manchen Besucher eine magische Anziehungskraft aus: Kinder aus Heuchelheim, Kinzenbach und Umgebung haben bis 19. Januar jeweils mittwochs von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr Gelegenheit, das im Heimatmuseum eingerichtete Spielzimmer zu nutzen. Dieses Angebot richtet sich natürlich auch an Gruppen. So stattete am Dienstag eine Schar von Kindern aus der Tagesstätte Sonnenhaus mit den Erzieherinnen Annette Hofmann und Heike Gering dem Museum einen Besuch ab.

Lehrreich und unterhaltsam

Museumsleiter Gerhard Kreiling, der die kleine, aber feine Dampfmaschine auf Vordermann gebracht hatte, nahm die Gäste in Empfang. Mit jener Maschine wurden z. B. ein Miniaturhammerwerk betrieben und ein Kettenkarussell in Kleinformat bewegt - Hightech aus vergangenen Jahrhunderten. Die Kinder waren sichtlich beeindruckt von dieser Technik. Aber auch in anderer Hinsicht kamen sie auf ihre Kosten. Ilka Schwalm trug das Märchen "Dornröschen" vor. Nicht nur als reine Erzählung, denn auch das bereitstehende Kasperletheater wurde genutzt. Regine Jiskra betätigte sich dabei als Puppenspielerin und spielte einige Sequenzen aus dem Stück nach. Die Kinder fieberten besonders an der Stelle mit, als sich Dornröschen an einer Spindel verletzte und daraufhin in einen 100-jährigen Schlaf fiel. Ilka Schwalm nahm zur Darstellung dieser Szene ein Spinnrad zur Hand und nutzte die Gelegenheit, den Kindern zu erklären, wie so ein Gerät funktioniert. Lehrreich und unterhaltsam. Die lebendige Erzählweise fesselte die Kinder regelrecht und ließ diesen Besuch im Heimatmuseum zu einem Erlebnis werden.

Danach wurde die Kindergartengruppe aufgeteilt; ein Teil blieb im unteren Bereich und konnte so spielen, wie es wohl auch die Kinder in vergangenen Jahrhunderten getan hatten. Unter Einbeziehung eines Kaufmannsladens konnten die jungen "Kunden" so einkaufen, wie es ihre Großeltern in der Nach- und Vorkriegszeit gemacht hatten.

Für die andere Gruppe begann dagegen der "Ernst des Lebens": Sie wurden (vorübergehend) eingeschult. In Begleitung von Heike Gering und Regine Jiskra nahmen sie in einem Klassenzimmer mit Schulbänken aus den Dreißigerjahren Platz. Die Stippvisite nahmen die Kinder indes mit gemischten Gefühlen auf.

Am anderen Tagen standen Helfer den Kindern beratend zur Seite, etwa Dieter Müller und Günther Fischer. Letztgenannter hatte als ausgesprochener Experte die Modelleisenbahn mit aufgebaut und führte diese den Kindern auch vor - ein weiterer Blickfang in der langen Reihe der Spielgeräte aus vergangenen Zeiten im Heuchelheimer Heimatmuseum.

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