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Gerda Weiss

Von Beginn an ökumenisch

  • vonConstantin Hoppe
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Heuchelheim (con). Seit 40 Jahren ziehen die Sternsinger durch Heuchelheim und sammeln Geld für Kinder weltweit. Im Jubiläumsjahr war dies in gewohnter Form nicht möglich: Statt wie üblich von Haus zu Haus zu ziehen und die Segensformel anzubringen, musste die Aktion per Brief und Anschreiben stattfinden.

Auszeichnung für Engagement

Dennoch kam eine beeindruckende Summe zusammen, die nun während des Gottesdienstes in der katholischen Kirchengemeinde Maria Frieden präsentiert werden konnte: Insgesamt gingen Spenden in Höhe von 10 230 Euro bei der Kirchengemeinde ein, nicht mitgerechnet die Spenden, die direkt ans Kindermissionswerk gingen. »Es war in diesem Jahr mehr als üblich, trotz der anderen Rahmenbedingungen - da waren wir selbst sehr überrascht«, sagt Matthias Bachmannn, der Ansprechpartner für die Sternsingeraktion in Heuchelheim.

Ohne eine Person wären die Sternsinger in Heuchelheim überhaupt nicht denkbar: Gerda Weiss. Vor 40 Jahren war sie bei ihrem Bruder in Kassel zu Besuch, als dort die Sternsinger vorbeikamen: »Das war mir damals noch komplett unbekannt«, erinnert sie sich im Gespräch mit dieser Zeitung. »Aber die Idee gefiel mir so gut, dass ich dachte: Das bringe ich nach Heuchelheim.«

Mit dieser Vision kehrte sie nach Heuchelheim zurück. »Unterstützt von Familie Wiegand, die damals hier lebte, versuchten wir, unsere Muttergemeinde in Gießen von der Idee des Sternsingens zu überzeugen«, sagt Weiss. Während diese recht schnell zustimmte, war an anderer Stelle Überzeugungsarbeit nötig. Denn von Beginn an sollten die Sternsinger ein ökumenisches Projekt sein.

»Schwieriger war es, die evangelischen Pfarrer auf unsere Seite zu bringen, die mit dem ›Segen‹ an den Türen und in den Häusern nicht so viel anfangen konnten«, erinnert sich Weiss. Aber bald schon konnten die Kinder gemeinsam losziehen.

Erstes Beispielland war Indien. Als man am Ende der Aktion 1500 DM gesammelte hatte, war man sehr stolz. »Wir ließen uns auch davon nicht einschüchtern, wenn wir vom Hof gejagt wurden oder uns jemand fragte, ob denn schon Fasching wäre.«

Seit damals hat Gerda Weiss jede Aktion begleitet. Mittlerweile hält sie sich jedoch stärker im Hintergrund. »Es ist mir eine ganz besondere Freude, dieses großartige Werk in gute jugendliche Hände gegeben zu haben«, sagt sie über den Generationenwechsel. Ganz zurückziehen will sie sich jedoch nicht. »Geblieben ist die Begeisterung, die uns damals Anfang Januar 1982 vom ersten Tag an beflügelte und mit Gottes Hilfe bis heute geleitet hat.«

Matthias Bachmann, der heutige Ansprechpartner für die Sternsingeraktion in Heuchelheim, sagt über Weiss: »Sie ist die graue Eminenz unserer Sternsinger.« Für ihr Engagement erhielt Weiss am Sonntag eine Ehrung des Kindermissionswerks. FOTO: CON

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