Die Heuchelheimer Feuerwehr hat eine neue Wärmebildkamera bekommen. 	FOTO: CON
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Die Heuchelheimer Feuerwehr hat eine neue Wärmebildkamera bekommen. FOTO: CON

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

  • vonConstantin Hoppe
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Heuchelheim (con). Eine Wärmebildkamera ist heute bei vielen Feuerwehreinsätzen kaum noch wegzudenken und findet sich inzwischen auf vielen Fahrzeugen, wo sie für mehr Sicherheit und Erleichterung bei verschiedensten Einsatzlagen sorgt. Jetzt konnte sich auch die Heuchelheimer Feuerwehr über eine solche Kamera freuen, sie wurde der Gemeinde durch die Sparkassenversicherung übergeben.

Eine Wärmebildkamera macht die Infrarotstrahlung, die von Wärmequellen ver- ursacht wird, für Menschen sichtbar. Das macht eine ganze Reihe von Anwendungen möglich, erklärte Gemeindebrandinspektor Roland Kraus: »Bei jedem Brandeinsatz rüstet sich der erste Angriffstrupp, der eine Einsatzstelle betritt, mit der Wärmebildkamera aus. Das ist mittlerweile so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es kaum noch auffällt.«

Altes Gerät in Heuchelheim defekt

Zumindest so lange nicht, wie die Kamera funktioniert. Denn das neue Gerät für die Heuchelheimer Einsatzkräfte ist zugleich der Ersatz für ein mittlerweile defektes Gerät aus dem Jahr 2007.

An einem Brandort hilft die Kamera dabei, den Brandherd schnell aufzuspüren: Denn an diesem ist die Temperatur höher als an anderen Stellen. Auch bei Schwelbränden - beispielsweise wenn sich ein Feuer hinter einer Wandverkleidung entwickelt - können die betroffenen Stellen schnell aufgespürt werden, die Brandbekämpfung somit deutlich schneller und zielgerichteter beginnen.

Auch erleichtert die Kamera die Orientierung in völlig verrauchten Räumen. Vermisste Personen können mit ihrer Hilfe aufgrund des Temperaturunterschieds ebenfalls aufgespürt werden. Letztere Einsatzmöglichkeit kann auch abseits von Brandorten wichtig werden: Etwa bei einer Personensuche nach Verkehrsunfällen. So kann die Wärmereststrahlung aus Sitzen gemessen werden, um herauszufinden, wie viele Personen vor einem Unfall in einem Fahrzeug saßen.

»Gerade bei kalter Witterung kann die Kamera bei der Personensuche helfen, weil sie die höhere Temperatur eines Körpers entdeckt«, erklärte Kraus diese Einsatzmöglichkeit. Aber auch bei der Lagebeurteilung nach Gefahrguteinsätzen können diese Wärmebildkameras ein wichtiges Hilfsmittel sein.

Die Sparkassenversicherung plant, bis 2023 mehr als 800 versicherte Kommunen mit einer kostenlosen Wärmebildkamera auszustatten und investiert dafür rund 1,3 Millionen Euro, um die Feuerwehren zu fördern. Das Modell, das jetzt an die Heuchelheimer Einsatzabteilungen übergeben wurde, hat dabei einen Wert von 1600 Euro. Für die Auswahl des aktuellen Modells suchten die Verantwortlichen die Beratung aktiver Feuerwehrleute. Ihren Vorschlag lagen zwei Kriterien zugrunde: Zum einen besitzt das Modell eine sehr gute Auflösung, zum anderen ist es mit nur zwei Knöpfen sehr bedienungsfreundlich und kann auch mit schwerem Handschutz problemlos betätigt werden.

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