Leidenschaftlicher Briefmarkensammler: Dieter Flick. FOTO: SE
+
Leidenschaftlicher Briefmarkensammler: Dieter Flick. FOTO: SE

Verschwundene Sammlerstücke

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
    schließen

Heuchelheim(se). Sammler wertvoller und ungewöhnlicher Briefmarken befinden sich deutschlandweit im regen Austausch. Um ihre Schätze zu teilen, haben Philatelisten über das Land verteilt regelrechte Netzwerke gebildet - logischerweise auf dem Postweg. Ein Heuchelheimer vermisst nun allerdings Briefe mit seltenen Marken.

Dieter Flick gehört zum Kreis derjenigen, die für das Sammeln von Briefmarken eine Leidenschaft entwickelt haben. Wie andere Sammler versieht er die Briefe nicht selten mit ungewöhnlichen Postwertzeichen. Quasi ein Markenzeichen für Philatelisten. Vielleicht aber auch ein ungewollter Hinweis für Langfinger.

Lange Zeit lief für Flick alles ganz problemlos. Doch vor einigen Wochen gab es mehrere erste Auffälligkeiten. Briefe, die an den Heuchelheimer adressiert waren und in denen sich mehr oder weniger wertvolle Marken befanden, wurden nicht zugestellt.

Vier Briefe vermisst der 70 Jahre alte Heuchelheimer mittlerweile. Selbst ein Einwurfeinschreiben sei einmal abhandengekommen, erzählt Flick. Der von einem in Bochum beheimateten Absender gestellte Nachforschungsantrag brachte nicht den gewünschten Erfolg. Der Weg der Sendung lasse sich nicht rekonstruieren, wurde dem Bochumer mitgeteilt.

Der Brief mit dem wertvollen Inhalt war verschwunden, unauffindbar. Ärgerlich für den Heuchelheimer Senior, denn der Sammlerwert der Marken übersteigt den Nominalwert um ein Vielfaches.

Flick wollte sich allerdings mit dem Verlust der Marken nicht abfinden - und wandte sich an die Deutsche Post in Gießen, Abteilung Qualitätsmanagement. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass sich auch der Weg der drei verschwundenen Standardbriefe zum Leidwesen des vermeintlichen Empfängers nicht zurückverfolgen lasse. Die Post ließ den Fall wohlgemerkt nicht auf sich beruhen und ermittelte intern. Und wie sie Flick später mitteilte, hatte der Fall zumindest Folgen.

Die Deutsche Post habe aus dem Fall personelle Konsequenzen gezogen, berichtet Post-Pressesprecher Alexander Böhm, der außerdem erklärt, dass das Unternehmen für jeden Hinweis dieser Art dankbar sei.

Post gibt Tipps für sicheres Senden

Zwar sind die wertvollen Sendungen nach wie vor nicht aufgetaucht, doch dem Heuchelheimer bleibt die Hoffnung, dass künftig Briefe ungehindert ihren Adressaten zugestellt werden, ohne dass sich Langfinger ihrer bemächtigen. Bislang haben nach der Anzeige in der Tat alle an Dieter Flick versandten Briefe ihren Empfänger erreicht.

Die Post gibt unterdessen Tipps, um mehr Sicherheit zu garantieren. Ein Verschwinden von Briefen werde zum Beispiel per Einschreiben mit Rückantwort zumindest massiv erschwert, Per Wertbrief könne man außerdem "risikolos Geld oder andere wertvolle Gegenstände" verschicken und außerdem per Internet verfolgen

Ein Einlieferungsbeleg der Filiale und eine schriftliche Empfangsbestätigung sorgen darüber hinaus dafür, dass der Brief beim Empfänger landet. Wenn nicht: Die Post haftet bei Sach- oder Warenwerten bis zu 500 Euro und bei Bargeld bis zu 100 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare