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Der Abriss der abgebrannten Rappelkiste stockt. Derzeit wird geklärt, ob ein Teil des Gebäudes erhalten werden kann.

Umzug im Januar

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Heuchelheim (so). Im Januar könnte die Rappelkiste in das frühere Dormiente-Gebäude im Gewerbegebiet Süd umziehen - jedenfalls dann, wenn alles läuft wie am Schnürchen. Für wenigstens zwei Jahre soll die an diesem Standort aufgegebene Manufaktur für Matratzen eine Interimslösung für den Kindergarten bieten, der zu Pfingsten von einem Feuer nahezu vollständig zerstört wurde.

Vor Wochenfrist erst hat die Gemeindevertretung Heuchelheim in einer Sondersitzung beschlossen, das derzeit leer stehende Fabrikationsgebäude anzumieten und zur temporären Kita umzubauen. Bereits am Donnerstag dieser Woche stellte das Architekturbüro Rosner erste Pläne dazu im Fachausschuss der Gemeindevertretung vor. Das war in der Kürze der Zeit nur möglich, weil mehrere Vorüberlegungen und Vorplanungen parallel betrieben wurden. Die Gemeinde Heuchelheim bedient sich dafür neben dem Gemeindevorstand eines sogenannten Führungsstabs, der schnell und flexibel auf Krisensituationen reagiert.

Klar ist: Die komplette Kita mit sechs Gruppen lässt sich problemlos im Erdgeschoss der rund 2500 Quadratmeter Fläche bietenden Gewerbeimmobilie einbauen. Dafür werden rund 1200 Quadratmeter benötigt. Den Kindern, die derzeit auf drei Standorte aufgeteilt betreut werden, steht damit sogar mehr Raum zur Verfügung als bislang in der abgebrannten Rappelkiste. So werden dort sechs Gruppenräume von jeweils rund 45 Quadratmetern geschaffen, dazu ein Differenzierungsraum, eine Küche, ein Speisesaal, Sanitärräume für Kinder und Personal; für letztere auch ein Aufenthalts- und Besprechungsraum. Nicht zu vergessen zwei Wickelräume für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Und die Einrichtung? Da will man sich, so Bürgermeister Lars Burkhard Steinz, bei den Nachbarkommunen das eine oder andere zusammenleihen. Schließlich mache es keinen Sinn, alles neu kaufen, um dann festzustellen, dass es in dem geplanten Neubau der Rappelkiste so keine Verwendung finden kann.

Ausweichquartier für die Verwaltung

Freiflächen außen für die Kinder stehen im Gewerbegebiet wenige Meter entfernt zur Verfügung. Da hat die Gemeinde noch ein Grundstück, das dafür hergerichtet wird. Es ist schnell zu erreichen, quasi über den Hof des benachbarten Unternehmens Fensterbau Koch. Über diese kurzen Wege hat man sich bereits verständigt, sagt der Bürgermeister.

Kindergartenaufsicht, Bauaufsicht und Brandschutz haben bereits grünes Licht für den Umbau des einstigen Bettenhauses zur Kita gegeben. Auf rund 800 000 Euro sind die Kosten für die Interimslösung veranschlagt: Für Miete über zweieinhalb Jahre und Umbau. Kein Pappenstiel. Aber das Anmieten des Gebäudes in Gänze bietet weitere Chancen.

So kann in den kommenden ein, zwei Jahren ein Gutteil der Heuchelheimer Gemeindeverwaltung dort ebenfalls einziehen, wenn das Rathaus am Linnpfad runderneuert wird. Das Haus im Gewebegebiet Süd bietet dafür reichlich Platz. Büroräume sind ausreichend vorhanden und mit minimalem Aufwand nutzbar. Unabhängig vom Kindergartenbetrieb wird es da einen eigenen Eingang geben und ausreichend Fläche. Rund 80 Prozent der Büros seien mehr oder weniger umgehend bezugsfähig, heißt es seitens des Planers vom Architekturbüro Rosner.

Der abgebrannte Kindergarten Rappelkiste ist derweil in Teilen abgerissen. Noch gibt es keine Klarheit über den ältesten Teil der Kita, den aus den 1970ern stammenden Mittelbau. Da wird auf ein Gutachten gewartet, bevor über Abriss oder Wiederaufbau entschieden wird.

Auch steht bis heute nicht genau fest, mit welcher Summe die Versicherung für den Brandschaden aufkommt. Wer für das Feuer verantwortlich ist, das die Kita zu Pfingsten weitgehend zerstört hat, das ist bis heute nicht ermittelt.

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