Die Heuchelheimer Gemeindeverwaltung am Linnpfad soll umfänglich saniert und umgebaut werden. FOTO: SO
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Die Heuchelheimer Gemeindeverwaltung am Linnpfad soll umfänglich saniert und umgebaut werden. FOTO: SO

Rathausumbau kostet mehr

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Heuchelheim(so). 1,9 Millionen Euro. Das war vor knapp drei Jahren die erste Kostenschätzung für die Modernisierung und den Umbau der Heuchelheimer Gemeindeverwaltung am Linnpfad. So wurde es auch ein Jahr später, 2018, im kommunalen Investitionsprogramm notiert. Jetzt liegt eine erste detaillierte Kostenberechnung durch ein lokales Architekturbüro vor: 784 000 Euro mehr könnte es kosten.

Wird der Anbau aufgestockt?

Das hat so manchen Gemeindevertreter in den vergangenen Tagen schlucken lassen, als die Zahl in den Fachausschüssen zur Beratung aufgerufen wurde. Auch wenn davon bereits 250 000 Euro für Vorplanungen, Architekt und neuen Aufzug bereitgestellt waren, bleiben noch immer 534 000 Euro, die zusätzlich einzukalkulieren sind. Denn Bürgermeister Lars Burkhard Steinz muss, wenn es so auf den Weg gebracht werden soll, dieses Geld überplanmäßig bereitgestellt bekommen. In der Haushaltsplanung war das so nicht eingepreist.

Grund für die nun rund 2,5 Millionen Euro, die einzuplanen wären, sind laut Bürgermeister zum einen deutliche Kostensteigerungen auf dem Bausektor in den vergangenen Jahren. Zum anderen gestiegene Lohnkosten - und zum dritten eine nun geplante, höherwertige und unter ökologischen Aspekten optimierte Ausstattung des Gebäudes, das Anfang der 1970er Jahre gebaut wurde.

Dass das Gebäude aus Gründen des Brandschutzes, wegen zu kleiner Büros, wegen un- zulässigerweise in den Fluren stehenden Aktenschränken etc. auf Vordermann gebracht werden muss, das ist unstrittig. Teurer als gedacht kommt zu stehen, dass nach Abriss des Sitzungssaales die Bodenplatte nun wohl doch nicht bleiben kann, sondern zu erneuern wäre. Auch das Erneuern von Wasser- und Kanalleitungen kommt teurer und eben auch die neue Heizung. CDU-Chef Karl-Ludwig Weller sprach von einer "qualitativen Verbesserung"; die Koalition könne den höheren Kosten also zustimmen.

Was in der Politik noch diskutiert wird, das ist die Frage, ob in dem neuen Anbau, der anstelle des Sitzungssaales entsteht, nicht gleich ein Obergeschoss mit gebaut wird. Dies favorisiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Benjamin Unverricht: "Wir sollten überlegen, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen. Dann muss man nicht in ein paar Jahren wieder neu anfangen".

Wird es unterm Strich billiger, wenn das Obergeschoss zumindest im Rohbau gleich mit erstellt wird? Oder reicht es, die Statik so zu planen, dass später aufgestockt werden kann? Diese Zahlen, so der Wunsch an den Architekten, sollen noch nachgeliefert werden.

SPD und Grüne mahnten in den Ausschussberatungen jedenfalls an, vor weiteren Entscheidungen Klarheit hinsichtlich der Finanzen zu bekommen: "Was kann sich Heuchelheim denn noch leisten?" Die Opposition fordert einen Gesamtüberblick über die finanzielle Situation der Gemeinde.

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