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Der Heuchelheimer Gewerbepark Rinn & Cloos.

Das Rathaus bleibt am Ball

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Heuchelheim (se). Seit April bemüht sich die Gemeinde Heuchelheim darum, das Rinn-&-Cloos-Gelände zwischen Ludwig-Rinn-Straße und Schillerstraße zu erwerben. Doch noch ist alles offen; noch herrscht keine Klarheit, ob die Gemeinde dort einsteigen kann. Das Geld steht nach wie vor dafür bereit: Rund zehn Millionen Euro hat die Gemeindevertretung im Mai genehmigt, um das traditionsreiche Areal zu erwerben, das dereinst die Zentrale der mittelhessischen Zigarrenproduktion und den Kamerahersteller Minox beherbergte und heute ein Firmenpark mit mehr als 30 Unternehmen ist.

Als Bürgermeister Lars Burkhard Steinz am Dienstag den Gemeindevertretern mit einem Nachtragshaushalt die aktualisierten Zahlen für dieses Jahr vorlegte, war dies die mit Abstand größte Einzelposition.

Zur Erinnerung: Der Eigentümer des rund 32 000 Quadratmeter großen Gewerbekomplexes, die Mainzer Unternehmensgruppe Richter, möchte sich davon trennen. Kaufinteressent war das Marburger Unternehmen SAAR Invest. Käufer und Verkäufer waren sich weitgehend einig, als die Gemeinde Ansprüche anmeldete und das Instrument des Vorkaufsrechts prüfte sowie eine Veränderungssperre für das Areal auf den Weg brachte, um etwaige unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden. Das Immobiliengeschäft wurde seither nicht vollzogen. Die Firmengruppe Richter ist laut Steinz vom Kaufvertrag mit SAAR zurückgetreten.

Ganze Gesellschaft zu erwerben

Laut Steinz will der derzeitige Inhaber der Rinn-&-Cloos-GmbH jetzt nicht nur das Gelände und die Immobilien an der Ludwig-Rinn-Straße veräußern, sondern gleich die gesamte Gesellschaft. Für den Erwerb der GmbH mit allen Grundstücken und Gebäuden bleiben bei der Gemeinde besagte zehn Millionen Euro veranschlagt, um handlungsfähig zu sein.

Weitere Änderungen im Investitionsprogramm: Für den Neubau des abgebrannten Kindergartens Rappelkiste werden 150 000 Euro Planungskosten veranschlagt, für die neue Möblierung der Rappelkiste 60 000 Euro. Die Kosten für die Umbauarbeiten im Dormiente-Gebäude, wo Kita und Gemeindeverwaltung für einige Zeit untergebracht werden, betragen rund 475 000 Euro. Denn es wird eine Weile dauern, bis ein neuer Kindergarten steht. Die Verwaltung wird temporär umziehen, bis das Gebäude am Linnpfad saniert und erweitert ist.

Eine gute Nachricht für Heuchelheim: Wenn die Kreisumlage, wie von Landrätin Schneider (SPD) angekündigt, auf 34,5 Prozent sinkt, dann muss die Gemeinde rund 375 000 Euro weniger an den Kreis abführen als ursprünglich eingeplant.

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