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Gemeindebrandinspektor Roland Kraus erinnert an den verheerenden Brand der Kita "Rappelkiste" im Juni, den insgesamt 150 Einsatzkräfte bekämpften. ARCHIVFOTO: SE

"Rappelkiste war nicht zu retten"

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Heuchelheim(se). Mit drastischen Worten hat Gemeindebrandinspektor Roland Kraus während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr an die Ereignisse am Pfingstsonntag des vergangenen Jahres erinnert, als ein Großbrand in Heuchelheim die Kindertagesstätte "Rappelkiste" zerstörte. "Wir hatten keine Chance. Alles war gegen uns. Es war der größte Einsatz der vergangenen zehn Jahre", berichtete er. "Drei Minuten nach der Alarmierung ist die Feuerwehr ausgerückt, und eine weitere Minute später konnte die Brandbekämpfung beginnen." Dennoch war die "Rappelkiste" nicht zu retten. Immerhin, wegen des schnellen Einsatzes habe weiterer Schaden verhindert werden können, erklärte Kraus. So sei die benachbarte Kita "Sonnenhaus" nicht auch noch dem Brand zum Opfer gefallen. Wie Kraus weiter ausführte, waren bei diesem Großbrand insgesamt 150 Feuerwehrleute aus dem Kreis Gießen im Einsatz.

Zu insgesamt 115 Einsätzen ist die Heuchelheimer Wehr im vergangenen Jahr ausgerückt. Dabei hatten sich 23 Personen in Notsituationen befunden. Zehn verletzte Personen mussten geborgen bzw. gerettet werden. Dass auch Tote unter den zu Rettenden gewesen sind, zeige, so Kraus, wie belastend die Einsätze sein können. In Heuchelheim lege man großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung der insgesamt 54 Einsatzkräfte. Nicht ohne Stolz berichtete Kraus, dass es inzwischen sehr viele Quereinsteiger gebe. Das sei allerdings auch notwendig, da entstehende Lücken nicht allein durch Nachrücker aus der Jugendfeuerwehr geschlossen werden könnten.

Bürgermeisters Lars Burkhard Steinz sagte, der "Rappelkiste"-Brand habe gezeigt, wie nötig die Feuerwehr sei. Sie bereichere einerseits das Gemeindeleben, andererseits sei gerade die Einsatzabteilung hoch belastet. Darüber hinaus, so berichtete er, könnten die Kinder, derzeit aufgeteilt auf mehrere Standorte, spätestens mit Beginn des Frühjahrs im ehemaligen Dormiente-Gebäude wieder unter einem Dach vereint sein. Im September soll dann der Förderantrag zum Bau des neuen Rappelkiste-Gebäudes beim Kreis gestellt werden.

Dennis Krebast, Jugendfeuerwehrwart in der Gemeinde, berichtete von zwölf jugendlichen Mitgliedern, mit denen im vergangenen Jahr insgesamt 40 Übungsstunden absolviert wurden. Rene Befort gab einen Überblick über die Tätigkeit der 13 "Minis". Weiterer Bericht folgt.

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