Erste Ideen des Architekturbüros Fellmann zeigen, wie eine zügig und kostengünstig wieder aufgebaute Kita "Rappelkiste" in Heuchelheim aussehen könnte: Eingeschossig und geradlinig. GRAFIK: FELLMANN
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Erste Ideen des Architekturbüros Fellmann zeigen, wie eine zügig und kostengünstig wieder aufgebaute Kita "Rappelkiste" in Heuchelheim aussehen könnte: Eingeschossig und geradlinig. GRAFIK: FELLMANN

Am alten Standort

"Rappelkiste" in Heuchelheim wird wieder aufgebaut

  • Rüdiger Soßdorf
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Seit Dienstag ist die Entscheidung "vorgespurt": Die an Pfingsten 2019 weitgehend niedergebrannte Kita "Rappelkiste" in Heuchelheim wird am alten Standort wieder aufgebaut.

Seit Dienstag ist die Entscheidung "vorgespurt": Die an Pfingsten 2019 weitgehend niedergebrannte Kita "Rappelkiste" in Heuchelheim wird am alten Standort wieder aufgebaut. Vor sechs Jahren hatten die drei Kindergärten in Heuchelheim und Kinzenbach nur 14 Gruppen in Betrieb, aktuell sind es bereits 18. Bedarf: Weiter steigend. Gab es früher 50 bis 60 Geburten im Jahr in der Gemeinde, so sind es jetzt 80 bis 90. Und immer mehr Kinder unter drei Jahren gehen in die Kita-Betreuung.

Weichenstellung im Parlament

Just aus diesen Gründen hat es die Koalition von CDU, Freien Wählern und FDP in Heuchelheim eilig mit dem Wiederaufbau der vor anderthalb Jahren abgebrannten "Rappelkiste". Und zwar am bestehenden Standort und unter Einbeziehung des Gebäudetrakts, der beim Feuer unversehrt blieb.

Diese Weichenstellung vollzog die Gemeindevertretung am Dienstagabend nach eingehender Beratung relativ einhellig. Beschlüsse sollen dazu noch in diesem Jahr gefasst werden. "Die anderen Optionen sind eigentlich keine", sagte Oppositionsführer Benjamin-Sebastian Unverricht (SPD) mit Blick auf die Alternativen: Neubau an einem anderen Standort, Neubau am alten Standort oder Aufstockung bestehender Kindergärten. Letzteres geht bautechnisch oder als Platzgründen nicht. Und ein kompletter Neubau - wenngleich auch etwas größer - käme mutmaßlich in eine finanzielle Größenordnung von mehr als fünf Millionen Euro - zuzüglich Grunderwerb, wenn ein anderer Standort gefunden würde.

2,6 Mio. Euro von der Versicherung

Der mit dem Abbruch der Brandruine betraute Architekt Thorsten Fellmann (Gießen) hat bereits Überlegungen angestellt, wie ein Wiederaufbau mit den von der Versicherung bereitgestellten rund 2,6 Millionen Euro aussehen könnte. "Ich habe das Pferd von hinten aufgezäumt", sagte er den Gemeindevertretern. Seine Idee: Wenn im bekannten Baufenster auf dem Grundstück sechs Gruppenräume von jeweils rund 80 Quadratmetern plus drei Differenzierungsräume plus eigene Sanitär- und Wickelbereiche für alle Gruppen entstehen, dann könnte man mit 2,8 Millionen Euro hinkommen. Dies ist wohlgemerkt eine Kostenschätzung für einen eingeschossigen eher gradlinigen Entwurf mit flach geneigten Dächern.

Allerdings verdoppelt sich damit fast die Größe der Gruppenräume Ein kompletter Neubau, dann aber auch größer mit einer zweiten Ebene und Satteldächern, könnte schnell das Doppelte kosten, so die Einschätzung.

Bürgermeister drängt zur Eile

Bürgermeister Lars Burkhard Steinz warb angesichts der steigenden Kinderzahlen für ein zügiges Planen und Entscheiden. Denn auch wenn man im dormiente-Möbelhaus einen Interims-Kindergarten mit sechs Gruppenräumen geschaffen habe, so reichten die Kapazitäten perspektivisch nicht aus. Auch der werde mutmaßlich weiter benötigt, selbst wenn die neue "Rappelkiste" fertig ist. Zustimmung für zügige Wiederaufbaupläne signalisiert auch die KWI.

Die Grünen plädieren derweil für ein gründlicheres Prüfen von Alternativen und wünschen einen Architektenwettbewerb. Fraktionssprecher Stephan Henrich kündigt für die kommenden Wochen einen eigenen Antrag dazu an.

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