Der Nächste in der Metzger-Dynastie

  • vonFranz Ewert
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Michel Mandler (21) hat seinen Meisterlehrgang als Bester absolviert. Doch das soll für den Kinzenbacher noch lange nicht das Ende sein. Das nächstes Ziel: Fleisch-Sommelier

Michel Mandler ist gerade einmal 21 Jahre alt. Das ist in diesem Fall durchaus erwähnenswert. Denn der Kinzenbacher Mandler ist seit kurzem auch noch Fleischermeister. Als Lehrgangsbester hat Mandler Ende November die Meisterausbildung an der traditionsreichen Frankfurter Fleischerfachschule Heyne abgeschlossen.

Dass der junge Mann einmal diesen Weg einschlagen wird, kommt wahrlich nicht überraschend. Im Grunde ist ihm das Metzgerhandwerk in die Wiege gelegt worden. Michel Mandler ist Sohn des Fleischermeisters Volker Mandler und der Fleischereifachverkäuferin Kattrin Mandler, die an der Spitze eines insgesamt 18-köpfigen Teams die über die lokalen Grenzen hinaus bekannte Metzgerei Mandler nahe der Kirche im Ortskern von Kinzenbach betreiben.

Erstaunliches Ausbildungstempo

Michels vor vier Jahren verstorbener Großvater Helmut Mandler hat die Handwerksfleischerei 1963 gegründet. Oma Irmgard Mandler, bald 80 Jahre alt und bis heute täglich im Einsatz, ist jedenfalls äußerst stolz auf ihren Enkel.

Nun mag der Werdegang bei diesem familiären Hintergrund kaum verwundern, die Zielstrebigkeit und auch das Tempo, das Mandler bei seiner Ausbildung an den Tag gelegt hat, beeindruckt aber schon. Nach seinem "qualifizierten Realschulabschluss" in Atzbach begann er Anfang September 2015 seine Fleischerlehre im elterlichen Betrieb.

Die Gesellenprüfung schloss Mandler im Januar 2018 als Bester der Innung Gießen ab. Im nachfolgenden Leistungswettbewerb der Handwerksjugend, für den er sich somit qualifiziert hatte, errang er auch noch den Titel des Kammersiegers für den Bereich der sieben Landkreise und die Stadt Wiesbaden umfassenden Handwerkskammer.

Nur eine Woche später startete Mandler eine zweite Ausbildung im Vila Vita Rosenpark in Marburg, wo er den Beruf des Kochs erlernte. Zweieinhalb Jahre später bestand er diese Abschlussprüfung mit der Note eins - um dann wiederum nur knapp zwei Wochen später seinen Meisterkurs im Fleischerhandwerk zu beginnen. Und das soll noch immer nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Derzeit arbeitet Michel Mandler im elterlichen Betrieb. Doch die Planung liegt auf der Hand: Irgendwann wird er den Familienbetrieb in dritter Generation übernehmen. Wobei das Metzgern noch eine Generation weiter zurückreicht. Der Vater von Helmut Mandler, Robert Mandler, war Landwirt und jeweils im Winterhalbjahr Hausmetzger.

Bis er irgendwann einmal das Sagen hat, hat sich Michel Mandler in Sachen Qualifizierung noch einiges vorgenommen. Wenn es die derzeitigen Umstände zulassen, wird er bereits in diesem März eine Ausbildung zum Fleisch-Sommelier beginnen, eine besondere und für den Bereich des Metzgerhandwerks noch relativ junge, jedoch äußerst attraktive und interessante Qualifikation. Und als das vorläufige i-Tüpfelchen soll dann ab September 2021 die Schulung zum Betriebswirt des Handwerks folgen. Vater, Mutter und Oma Mandler sind sich jedenfalls sicher, dass ihm auch das gelingen wird.

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