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Alles ist eingerichtet. Am Montag kommen die ersten Kinder. FOTO: SO

Das Möbelhaus wird zur Kindertagesstätte

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Heuchelheim(so). Elf Monate nachdem die Kindertagesstätte "Rappelkiste" nach Brandstiftung weitgehend ein Raub der Flammen wurde, können alle "Rappelkisten"-Kinder wieder unter einem Dach betreut werden. Theoretisch zumindest.

In dieser Woche ist der Umbau des leer stehenden Gebäudes des Betten- und Matratzenspezialisten Dormiente zum neuen Kindergarten im Süden des Dorfes fertig geworden. Damit hat die Gemeinde eine provisorische Lösung geschaffen, die tragen soll, bis denn eine neue "Rappelkiste" im Dorf gebaut ist. Doch es ist mehr als ein Provisorium - viel mehr. Auf rund 1200 Quadratmetern sind im Erdgeschoss des einstigen Produktionsgebäudes für Matratzen sechs Gruppenträume entstanden, dazu ein Differenzierungsraum für die Arbeit mit Vorschulkindern, Küche und Cafeteria, Sanitärräume, Sozialräume für das Erzieherinnenteam um Leiterin Petra Kegler und großzügige Flure, die zum Spielen und Bewegen einladen Das alles trägt dem offenen Konzept in der pädagogischen Arbeit der "Rappelkiste" idealerweise Rechnung.

Von Montag an kann in den schönen neuen Räumen allerdings nur eine sogenannte Notgruppe betreut werden, denn in Heuchelheim sind wie andernorts die Kindertagesstätten für den Regelbetrieb noch geschlossen. Vorerst werden also nur bis zu 20 Kinder in den Genuss der schicken Räume kommen.

Rund 850 000 Euro kostet der Umbau des Möbelhauses einschließlich Miete für zwei Jahre. Die Koordination des ambitionierten Projekts lag in den Händen der Bauamtsmitarbeiterin Nicole Kandora.

Eine Containerlösung wäre vielleicht ein paar Wochen schneller gegangen, hätte aber längst nicht so ideale Bedingungen geschaffen und wäre zudem teurer geworden, erläutert Bürgermeister Lars Burkhard Steinz beim Ortstermin. Und der Erste Beigeordnete Manfred Ehlers ergänzt: "Die Entscheidung war gut!" Mehrere Varianten wurden geprüft, letztlich für Dormiente entschieden und nach gründlicher Vorplanung binnen 15 Wochen umgebaut.

Das Anmieten des leer stehenden Möbelhauses bietet der Gemeinde weitere Vorteile: So kann in den kommenden Wochen zusätzlich zur Kita die Verwaltung komplett dorthin umziehen, während das Anfang der 1970er Jahre gebaute Rathaus am Linnpfad einer kompletten Renovierung und Erweiterung unterzogen wird. Das ebenfalls 1200 Quadratmeter messende Obergeschoss bietet Raum dafür.

Nachdem am Pfingstsonntag 2019 die "Rappelkiste" in den Gässergärten gebrannt hatte, hatte der Krisenstab der Gemeinde umgehend reagiert. Binnen drei Tagen war für alle "obdachlos" gewordenen Kinder wieder eine Betreuung organisiert. Teils in anderen Kindertagesstätten der Gemeinde, teils in Räumen, die die evangelische Gemeinschaft der Gemeinde am Akazienweg zur Verfügung stellte.

Wie jetzt ein Neubau der "Rappelkiste" am alten Standort vonstatten gehen soll, dass soll in den kommenden Wochen geplant und entschieden werden.

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