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Mehr Liegewiese als dieses Stück zwischen den Büschen links und dem Zaun rechts ist am Südufer des Sees nicht mehr zugänglich. Die Grafik unten verdeutlicht die Dimension des mittlerweile abgesperrten Geländes am südlichen Ufer.

Heuchelheimer Silbersee

Protest gegen Veränderungen an beliebtem See

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Der Heuchelheimer Angelsportverein hat weitere Flächen am Südufer des Silbersees eingezäunt, um nächtliche Gelage einzudämmen. Erholungsuchende sehen sich stark eingeschränkt.

Heuchelheim (so). 35, vielleicht 40 Meter. Breiter ist der Zugang zum Silbersee am Südufer nicht mehr. Der lokale Angelverein als Pächter des Sees hat den Zaunbau in den vergangenen Wochen abgeschlossen. Geblieben ist nur ein schmaler Wiesenstreifen zwischen Wirtschaftsweg und Ufer. Der Protest reißt nicht ab.

Vor etwa 14 Tagen haben ob des Zaunbaus verärgerte See-Besucher bei Bürgermeister Lars Burkhard Steinz vorgesprochen. Sie haben mit einer Online-Petition zudem fast 1100 Unterschriften gegen das großflächige Absperren des zur Naherholung genutzten Areals gesammelt und den Zaunbau mit Fotos und Karten dokumentiert. In der kommenden Woche wollen sie erneut im Rathaus vorsprechen und ihre Petition mitsamt den Unterschriften übergeben.

Appell: Der Silbersee Heuchelheim soll offen bleiben

Von "Handeln nach Gutsherrenart" spricht Ute Reinhard. Die 53-Jährige aus Gießen hat seit ihrer Jugend fast jeden Sommer am See verbracht und schwärmt von der Atmosphäre dort. Es sei zum einen ein wunderschönes Fleckchen Natur. Zum anderen treffe sich dort von Frühling bis Herbst eine nette Community: Die Menschen begegnen sich hier auf Augenhöhe, es kommen Gäste zwischen sieben und 70 Jahren. Kinder lernen hier schwimmen, schildert Reinhard. Die klare Forderung von Reinhard und den anderen Sommergästen: Der See soll offenbleiben. Denn das Stück Natur bedeute den Menschen viel.

Angelverein ist Pächter und Nutzer am Silbersee

Der Angelverein als langjähriger Pächter des gesamten Seegebiets hatte in Abstimmung mit der Gemeinde schon in den vergangenen Jahren Teile des Sees eingezäunt und Mitte Oktober nun bis auf die schmale Wiese weitere größere Flächen für den Zugang gesperrt. Der Grund: Vor allem des Nachts ausufernde Partys und Trinkgelage von Seebesuchern. Man sei vielfach mehr damit beschäftigt, am See aufzuräumen, als dass man zum Angeln gekommen sei, hatte der Vorsitzende der Angler, Michael Römer, jüngst erst wieder beklagt.

Das ist auch den Leuten bewusst, die jetzt die Petition initiiert haben. Sie hätten selbst ein Interesse daran, dort für Ordnung zu sorgen. Schließlich wollten sie ihren Platz am See nicht verlieren. Aber diese Möglichkeiten sind eben begrenzt. Mehr als den einen oder anderen anzusprechen, der sich danebenbenimmt, gehe eben nicht.

Heuchelheim: Vermittlerrolle der Gemeinde

Von der Gemeinde erhofft man sich jedenfalls klare Aussagen, wie es weitergeht. Der Bürgermeister, der stets einen freien Zugang zum See zugesichert hat, sieht die Gemeinde in der Vermittlerrolle. Er sichert zu, dass der Zaun in zwei bis drei Jahren wieder wegkommt, wenn die kleinen Pflanzen, die dort eine Hecke bilden sollen, ordentlich gedeihen. Steinz hat, so sagte er auf Anfrage, auch angewiesen, dass der Stacheldraht, der am Übersteigen des Zaunes hindern soll, wieder entfernt wird.

Ihm ist aber auch wichtig, dass der Angelverein als Partner weiter Betreuung und Pflege des Sees übernimmt. Denn sonst käme dies auf die Gemeinde Heuchelheim zu.

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