Kleiner Naturschatz

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Obwohl so nah an Stadt und Autobahn, ist am "Heßler" ein kleiner Naturschatz zu finden. Darüber informieren nun zwei Info-Tafeln des Regierungspräsidiums Gießen, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Gießen entstanden sind.

Obwohl so nah an Stadt und Autobahn, ist am "Heßler" ein kleiner Naturschatz zu finden. Darüber informieren nun zwei Info-Tafeln des Regierungspräsidiums Gießen, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Gießen entstanden sind.

Die Info-Tafeln sollen Besuchern der beliebten Spazierwege am Hinkelsweg und südlich des Heuchelheimer Silbersees den besonderen Wert der Flächen für den Arten- und Naturschutz näherbringen. Rücksichtnahme auf die seltenen und bedrohten Arten ist hier besonders wichtig, da ihre Lebensräume immer knapper werden. So sollten die Wege nicht verlassen werden und Hunde nur an der Leine mitgeführt werden. Auch Drohnen oder Modellflugzeuge dürfen in diesem sensiblen Schutzgebiet nicht auffliegen.

Der "Heßler" liegt westlich von Gießen zwischen der B 429 und der Lahnparkstraße, nördlich der Lahn. Der Name bezieht sich auf dort ehemals häufig wachsende Haselnuss-Sträucher. Heute ist der Bereich Teil des Vogelschutz- und des FFH-Gebiets "Lahnaue zwischen Atzbach und Gießen" und damit Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Noch bis Anfang der 1980er Jahre wurde dort Kies abgebaut. In der Folge entstand ein Abgrabungsgewässer, das nach ursprünglichen Planungen wieder vollständig verfüllt werden sollte. Im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme konnte die Stadt Gießen dies jedoch aufhalten. Stattdessen ist das Gelände ab 2001 nach naturschutzfachlichen Kriterien umgestaltet worden.

Deshalb findet man heute einen abwechslungsreichen Biotopkomplex aus kleineren, besonnten Tümpeln, einen Rest der alten Lahnschlinge, urwaldartige Auewälder, Röhrichte und ausgedehnte Wiesenflächen. Der "Heßler" hat sich zu einem bedeutenden Lebensraum für seltene Amphibienarten wie die Kreuzkröte entwickelt, etwa 20 Libellenarten sowie seltene und geschützte Vogelarten, wie Haubentaucher, Knäk- und Reiherente oder die Rohrammer brüten in den Stillgewässern. Die beruhigten Auewälder bieten unter anderem dem Pirol einen geeigneten Lebensraum.

Wichtig für Hochwasserschutz

Seit einigen Jahren werden die zentralen Flächen von robusten Angusrindern beweidet. Im Gegensatz zu den vorher eingesetzten Schafen kommen diese mit den nassen Flächen gut zurecht und verbeißen die stark aufkommenden Weiden gut.

"Aber auch für den Hochwasserschutz spielt der ›Heßler‹ eine wichtige Rolle", erläutert Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Über einen Durchstich am Lahnuferweg überfluten die ehemaligen Auskiesungsflächen bei Hochwasserereignissen. Jürgen Busse vom Regierungspräsidium Gießen nannte die Entwicklungen im "Heßler" "vorbildhaft in Bezug auf die künftigen Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringen wird".

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