Klares Signal gegen einen A 480-Lückenschluss

  • Rüdiger Soßdorf
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Heuchelheim (so). Als Schreckgespenst droht am Horizont der - eigentlich beerdigte - Weiterbau der A 480 aus dem Gleiberger Feld bis Blasbach. 2016 ist das Projekt der 1960er Jahre endgültig aus dem Bundesverkehrwegeplan getilgt worden. Doch mit den Plänen für die große Umfahrung von Wetzlar sind die Ängste in Kinzenbach, Atzbach, Dorlar und Waldgirmes wieder hochgekommen.

Genährt wurden diese in Heuchelheim zudem durch die Anregung des langjährigen CDU-Chefs Karl-Ludwig Weller, einen gigantischen Tunnel zu bauen.

Nichts da! Das ist das klare Signal aller politischen Kräfte in Heuchelheim. Folgt die Gemeindevertretung am Dienstag der Empfehlung ihres Hauptausschusses, dann wird sie sich einhellig gegen einen Lückenschluss durch einen Weiterbau der A 480 (Wettenberg-Wetzlar/Blasbach) positionieren. Die Grünen haben dies auf die Tagesordnung gesetzt.

Vielmehr wolle die Gemeinde den Ausbau der Bundesstraße 49 im Tal unterstützen. Dort sollen durchgehend Seitenstreifen angelegt werden, um die Straße sicherer zu machen. Auch Lärmschutz zwischen Gießen und Wetzlar ist Thema. Grünen-Fraktionsvorsitzender Stefan Henrich hofft, mit dieser klaren Positionierung künftige Irritationen und eine Verunsicherung in der Bevölkerung zu vermeiden oder zumindest zu mindern.

Pläne für die neue Feuerwehr

Auf den Weg gebracht wird von den parlamentarischen Gremien derzeit zudem die Auftragsvergabe für die Planung des neuen Feuerwehrstützpunkts an der verlängerten Marktstraße unweit des Friedhofes. Das Siegener Büro kplan, spezialisiert auf Feuerwehrbauten, soll die Planungsleistungen von A bis Z übertragen bekommen. Dafür sind rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen.

Ein Betrag, der zumindest bei SPD-Gemeindevertreter Frank Pauly für Kopfschütteln sorgt. Das sei »schlecht und schlampig vorbereitet, wenn nur ein einziges Büro in Frage kommt«, schimpfte er im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag in Richtung Rathaus. Pauly äußerte Zweifel, ob es notwendig sei, für einen Industriebau («ein paar Hallen mit Rolltoren plus Sozialraum«) eine solche Summe allein an Planungskosten aufzuwenden.

Der Bau selbst wird voraussichtlich in einer Größenordnung von 5,5 Millionen Euro liegen.

Paulys Kritik mochten die anderen Fraktionen nicht beipflichten: CDU-Chef Mirko Nowotny verwies darauf, dass es »unheimlich schwierig« sei, eine Feuerwehr zu planen. »Das sollten wir den Profis überlassen. Wir sind schon auf dem richtigen Weg«, vertrat er die Mehrheitsmeinung.

Ein Neubau der Feuerwehr wird seit Jahren diskutiert, weil der Standort am »Kreuz« in die Jahre gekommen ist. Vorangegangen war eine ausgiebige Standortsuche.

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