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Zahlreiche Atemschutzgeräteträger aus dem gesamten Kreisgebiet sind in Heuchelheim im Einsatz.

Großbrand

Kindertagesstätte in Heucheleheim Rappelkiste total zerstört

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Der Kindergarten Rappelkiste in Heuchelheim ist vollständig ausgebrannt. Es entstand Schaden in Millionenhöhe. Die Ursache ist ebenso noch unklar, wie die künftige Unterbringung der Kinder.

Nach einem verheerenden Feuer ist die kommunale Kindertagesstätte Rappelkiste in Heuchelheim total zerstört und nicht mehr nutzbar. Die Kinder müssen am Dienstag und am Mittwoch zu Hause bleiben, ab Donnerstag soll eine alternative Unterbringung zur Verfügung stehen, teilte der Gemeindevorstand am Pfingstmontag mit. Betroffen sind 150 Kinder, die in sieben Gruppen betreut werden.

Das Feuer brach am Sonntag aus, gegen 15.45 Uhr wurden die Feuerwehren alarmiert. Als die ersten Einsatzkräfte am Gebäude in der Kindergartenstraße eintrafen, loderten Flammen aus dem Dach. Ein Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.

Mehrere Stunden lang bekämpfte die Feuerwehr die Flammen von verschiedenen Seiten. Laut Meldung der Polizei brannte es an mehreren Stellen. Bei den Löscharbeiten wurden auch zwei Drehleitern eingesetzt.

Im Inneren des Gebäudes, das in einer sogenannten Holzständerkonstruktion erbaut wurde, versuchten Atemschutzgeräteträger, die Flammen aus der Nähe zu bekämpfen. Nach mehr als zwei Stunden im Dauereinsatz war das Feuer gegen 18 Uhr unter Kontrolle, um 19.30 Uhr dann die letzten Flammen gelöscht. Um alle Glutnester ausfindig zu machen und ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern, wurden das Dach, auf dem sich Photovoltaikanlagen befanden, geöffnet und das komplette Gebäude abgesucht.

Personen waren zur Brandzeit nicht in dem Gebäude. Die Brandursache ist noch unklar. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei ist Brandstiftung nicht auszuschließen. Die Ermittlungen dauern an. Beamte der Kriminalpolizei waren am Montag nochmals vor Ort, die Experten der Brandermittlung werden die Einrichtung am Dienstag untersuchen.

Die Schadenshöhe wurde von Verantwortlichen der Stadt und der Feuerwehr auf rund vier Millionen Euro beziffert. Nicht betroffen war die unmittelbar benachbarte Kita Sonnenhaus, hier läuft der Betrieb wie gewohnt weiter. Zum abgebrannten Kindergarten hin wurde zum Schutz der Kinder ein Bauzaun aufgestellt.

Infoveranstaltung für die Eltern

Neben der Feuerwehr mit etwa 150 Einsatzkräften aus Heuchelheim, Wettenberg, Gießen, Langgöns, Staufenberg, Grünberg, Linden, Lahnau, Allendorf/Lumda und Laubach waren die Polizei und der Rettungsdienst vor Ort. Das Deutsche Rote Kreuz stellte die Versorgung der Einsatzkräfte sicher. Auch Mitarbeiter des Bauhofs und der Heuchelheimer Gemeindeverwaltung waren an die Brandstelle geeilt und halfen mit.

Der Gemeindevorstand beriet am Pfingstmontag, wie es nun weitergehen soll. Er stand dabei in ständigem Telefonkontakt mit Bürgermeister Lars Burkhard Steinz, der sich bis Montagabend auf einer Partnerschaftsfahrt in Gémenos in Südfrankreich befand. Zwei Tage lang ist die Kita zunächst dicht, können die Kinder nicht betreut werden. Die Eltern wurden telefonisch oder per E-Mail benachrichtigt. Die anderen Kindertageseinrichtungen haben keine Kapazitäten frei.

Bis Mittwochabend will der Gemeindevorstand unter anderem im Austausch mit der Fachaufsicht des Landkreise klären, wo die Mädchen und Jungen alternativ in den kommenden Monaten betreut werden können. Mittwochabend werden die Eltern in einer Versammlung ab 18 Uhr in der Gemeindeverwaltung über die Ergebnisse informiert.

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